Antidepressiva

Citalopram: Wehe, wenn du absetzen willst Silvia Meixner, 05.06.2018 08:02 Uhr

Gerhard Gründer vom Zentralinstitut Seelische Gesundheit fordert: „Ärzte sollten SSRI auf die Liste derjenigen Medikamente setzen, die Entzugserscheinungen beim Absetzen hervorrufen.“ Die genauen Hintergründe, warum SSRI-Patienten beim Absetzen ihrer Medikamente dermaßen massive Probleme bekommen, sind noch nicht erforscht.

„Die Zeit“ schreibt: „Man vermutet inzwischen, dass die SSRIs, wenn sie über eine längere Zeit eingenommen werden, etwas im Körper verändern, was dann zu den Beschwerden beim Absetzen führt. Der Hauptwirkungsmechanismus von SSRIs gegen die Depression, so vermuten Forscher, besteht in einer Blockade von sogenannten Serotonin-Transportern in Nervenzellen im Gehirn. Serotonin ist ein Botenstoff, er wird von Nervenzellen ausgeschüttet und anschließend über die Transporter wieder aufgenommen. Werden die Transporter blockiert, bleibt das Serotonin länger im sogenannten synaptischen Spalt, der zwischen zwei Nervenzellenden liegt, und kann dort weiterwirken. SSRIs verstärken also die Wirkung des körpereigenen Serotonins. Mittel- und langfristig, so stellt man sich vor, werden durch das vermehrte Angebot aber Serotonin-Rezeptoren, also diejenigen Moleküle, an denen Serotonin bindet und wirkt, herunterreguliert. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die Empfindlichkeit des Körpers gegenüber dem Botenstoff Serotonin verringert sich.“

Gründer sagt: „Im Grunde schluckt man mit einem SSRI eine Blackbox.“

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