Antibiotika-Alternative

Bakteriophagen gegen multiresistente Keime Deniz Cicek-Görkem, 13.10.2017 12:49 Uhr

Diese besonderen Viren, die nicht nur in der Arzneimitteltherapie, sondern auch in der Lebensmittelhygiene eingesetzt werden können, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Am Pariser Institut Pasteur forschte man dazu in den 1930er-Jahren ebenso wie im georgischen Tiflis. Als Pionier der Bakteriophagen-Forschung gilt der georgische Bakteriologe Georgi Eliava. Er gründete zusammen mit dem kanadischen Mikrobiologen Félix Hubert d’Hérelle in Tiflis das Georgi-Eliava-Institut für Bakteriophagen, Mikrobiologie und Virologie, das auch heute noch existiert.

„Dass Bakteriophagen von der medizinischen Forschung in Deutschland und der westlichen Welt so lange nicht beachtet wurden, hat historische Gründe“, sagt Beyer. Mit der Spaltung Europas in Ost und West und dem Siegeszug des Penicillin seien diese speziellen Viren nach 1945 zunehmend in Vergessenheit geraten. „Dank des erfolgreichen Einsatzes der Antibiotika hatte man im Westen schlicht keinen Bedarf an Bakteriophagen“, erklärt Beyer. „Heute, im Kampf gegen multiresistente Keime, sieht das anders aus.“

Um die Forschung voranzureiben und eine Vernetzung der Wissenschaftler zu ermöglichen, wurde am 1. Deutschen Bakteriophagen-Symposium die Gründung des Netzwerks „Nationales Forum Phagen“ beschlossen. Der Wissenschaftler Beyer begrüßt das und wünscht sich, dass innerhalb der Zulassungsregularien ein Weg gefunden wird, um die Phagen in der ambulanten und stationären Therapie zur Anwendung kommen zu lassen. In Zeiten der Antibiotikaresistenzen sei dies von sehr großer Bedeutung. Georgien mache es vor: Es gebe dort aufgrund der Verwendung dieser Viren keine Antibiotikaresistenzen. „Wir brauchen die Bakteriophagen als Alternative, und zwar jetzt“, sagt Beyer.

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