Arzneimittel bei Leberzirrhose sicher anwenden

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In 13 Prozent der Empfehlungen wurden die Arzneimittel als „sicher“ für die Anwendung bei Leberzirrhose eingestuft, bei 28 Prozent wurden keine zusätzlichen Risiken beobachtet. Arzneimittel dieser Kategorien können unter einer eventuellen Dosisanpassung bei Leberzirrhose eingesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise die Analgetika Paracetamol, Tramadol, Morphin und Oxycodon. Ebenso verschiedene Antibiotika wie Amoxicillin, Ciprofloxacin und Makrolide wie Azithromycin, Clarithromycin und Erythromycin. Im Bereich Herz-Kreislauf-Medikamente konnten unter anderem Atenolol und Propranolol, sowie Bisoprolol, Amlodipin und Nifedipin als sicher oder ohne weitere bekannte Risiken eingestuft werden.

Immerhin 14 Prozent wurden generell als „unsicher“ eingestuft – Hauptgrund für die Einstufung waren erhebliche Veränderungen in der Pharmakodynamik. Zu dieser Kategorie zählen beispielsweise die COX-2-Hemmer und NSAR, da sie bei betroffenen Patienten mit einem höheren Risiko für Nierenschäden einhergehen. Außerdem wurden Nebivolol, Nitrendipin und Triamteren, Atorvastatin und die Protonenpumpenhemmer Lansoprazol und Pantoprazol als nicht sicher eingestuft. Bei Omeprazol ist die Sicherheit abhängig vom Grad der Zirrhose, bei Esomeprazol sind hingegen keine zusätzlichen Risiken bekannt.

In weiteren Tabellen geben die Experten Hinweise zu verschiedenen Wirkstoffgruppen und deren Anwendung, sowie die erforderliche Anpassung von einzelnen Wirkstoffen in Abhängigkeit vom Grad der Leberzirrhose. Bei einigen Substanzen sollte demnach die Startdosis halbiert oder verschiedene Dosierungsintervalle eingehalten werden. Insgesamt besteht bei einem relativ großen Anteil der bewerteten Arzneimittel Handlungsbedarf. In niederländischen Arztpraxen und Apotheken wurden die Empfehlungen bereits in Verordnungssoftwaresysteme integriert.

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