Ärzte vertuschen ihre Arzneimittelsucht

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„Ausgangspunkt für das Interventionsprogramm war, dass unter den Mitgliedern des Arbeitskreises Drogen und Sucht aus Ihrer beruflichen Erfahrung zum einen klar war, dass ein wirklich gutes Suchthilfesystem mit einem umfangreichen Hilfeangebot für suchtkranke Menschen besteht, aber gerade für suchtkranke und -gefährdete Kolleginnen und Kollegen noch passgenauerer Angebote notwendig und sinnvoll erschienen, die deren besonderer Situation Rechnung tragen“, sagt Dr. Thomas Reuter, Suchtbeauftragter der Ärztekammer Berlin und leitender Oberarzt der DRK-Klinik in Berlin Mitte. „Und dass es unserer professionellen aber auch kollegialen Sicht nur recht und billig war, ein solches Angebot zu entwickeln und anzubieten“, ergänzt er.

Das strukturierte Interventionsprogramm besteht aus drei Stufen. Zunächst werden in der Klärungsphase die Therapie- und Unterstützungsangebote und die möglichen Sanktionen erläutert. Im Anschluss wird ein individueller Hilfeplan erstellt und eine Vertrauensperson miteinbezogen. Die zweite Phase ist gekennzeichnet von einer suchttherapeutische Behandlung. Danach gibt es eine mindestens zweijährige Nachsorgephase sowie eine „Überwachungsphase“ im dritten Schritt. In jeder Phase werden die Suchtkranken von suchtmedizinisch erfahrenen Ärzten unterstützt. „Wenn die Vertrauensperson den Erfolg des Programms als nicht mehr gesichert ansieht, erfolgt der Abbruch des Programms mit allen berufsrechtlichen Konsequenzen“, heißt es in der Mitgliederzeitschrift.

Reuter begrüßt das Angebot der ÄK Berlin : „Es hält aus meiner Sicht insbesondere gut die Balance zwischen der Hilfs- und Behandlungsbedürftigkeit des betroffenen Kollegen/in auf der einen Seite und der Schutzbedürftigkeit der Patienten“. Als weiteren Vorteil sehe er die Dauer des Programms, die nach allen suchtmedizinischen Erfahrungen und Erkenntnissen bei erfolgreichem Abschluss auch einen nachhaltigen Erfolg erwarten lasse. „Insgesamt bin ich froh, dass nun dieses Angebot besteht, da ich weiß, wie schwer es schon nicht-ärztlichen Betroffenen fällt, ihre Hilflosigkeit und damit Hilfsbedürftigkeit anzuerkennen; und den ärztlichen als den von Berufs wegen Helfenden natürlich erst recht.“

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