Von Milchpumpen bis Marketing: „Nicht alles lernt man an der Universität“

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In Hoefers Apotheken wird die gute Ausbildung der Pharmazeuten groß geschrieben: „Unsere PhiP werden strukturiert von unseren Spezialisten der einzelnen Fachgebiete geschult, die sich Zeit für den Lernenden nehmen. Zu den Themen gehören unter anderem Diabetikerbedarf, Inhalationsdevices, Milchpumpen, Babywaagen, Blutdruckmessgeräte, Verbandmittel, BtM-Dokumentation und Homöopathie.“ Besonders wichtig sei ihr auch, dass die Pharmazeuten beispielsweise lernen, wie eine Aktion geplant und deren Erfolg kontrolliert wird. „Aber auch im Bereich Marketing werden sie geschult.“ Sie findet, dass alles, was praktisch vorkommt, auch vom PhiP gelernt werden sollte. „Nicht alles lernt man als Student an der Universität.“ Ihre Ausführungen legen nahe, dass damit auch den Lehrenden, der Apothekenleitung, eine besondere Verantwortung zukommt. Das Feedback der Praktikanten in diesem Zusammenhang sei dabei häufig sehr positiv: „Oft bekommen wir die Rückmeldung, dass wir gut schulen“, sagt Hoefer.

Aber auch die Fortbildung des gesamten Teams sei für die Inhaberin ein großes Anliegen: „Als Chefin lege ich Wert auf die Fortbildung meiner Mitarbeiter. In meinen Apotheken haben wir einen hohen Fortbildungsstand.“ Ein Grund dafür könnte sein, dass sich die Inhaberin nach eigenem Bekunden an die Vorgaben des Bundesrahmentarifvertrags hält. Fortbildungen inner- und außerhalb der Apotheke zählen bei ihr in einem bestimmten Rahmen zur Arbeitszeit: „Ich erwarte, dass sich die Mitarbeiter bestmöglich fortbilden, und biete daher Fortbildungszeit an.“ Die Freistellung für die fachliche Fortbildung ist in § 12 des Bundesrahmentarifvertrags geregelt.

Die Kammer hat kürzlich das Konzept der AAA in Hessen überarbeitet und optimiert. Erstmalig werden nun einige Anforderungen an die Apotheke quantifiziert: Für das Erlangen des Zertifikats müssen nun monatlich zehn Rezepturen/Defekturen hergestellt werden, außerdem müssen die Apothekenleiter die PhiP jährlich auf vier Fortbildungen schicken. Thematisch kommen die Nachbesprechung der begleitenden Unterrichtsveranstaltungen sowie ein Schulungs- und Fortbildungsplan, inklusive Kapsel-Ringversuch und Workshops hinzu. Bei den Workshops geht es zum einen um die Beratungsqualität, zum anderen um eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten im Praktischen Jahr.

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