Denkmalschutz

Ulm: Crowdfunding für Ex-Apotheke Tobias Lau, 21.08.2018 15:16 Uhr

1955 wurde die Apotheke am Zundeltor wiedereröffnet. Und mehr noch: Architekturhistoriker Liptau zufolge handelte es sich um eines der ersten Ärztehäuser Deutschlands, ohne das man das Konzept damals schon so genannt hätte. Über der Apotheke lagen mehrere Praxen, die bereits separat über Fahrstühle erreichbar waren – keineswegs selbstverständlich für die damalige Zeit.

Doch der Zahn der Zeit nagte auch an dem einst so modernen Gebäude. Mit der Apotheke ging es bergab. Bereits 2004 gab der damalige Inhaber Dr. Wolfgang Kiebling auf. Die finanziellen Aussichten seien deprimierend, sagte er damals der Schwäbischen Zeitung. Jemand anders übernahm, konnte die Apotheke aber ebensowenig halten. Der endgültige Schlussstrich folgte 2017 mit einem Rückkauf, auf den jedoch kein erneuter Betrieb folgte. Seitdem steht die Apotheke leer.

Doch das soll sich bald ändern, sehr bald sogar. Voraussichtlich am 31. August wollen die beiden Ulmer Jungunternehmerinnen Judith Garcia Beier und Melanie Henner die Apotheke am Zundeltor neu eröffnen und zwar nicht nur als Café, sondern auch als „Wohnzimmer, Bar, Meditationsort, Nähstube, Spielzimmer, Bücherschrank… schlichtweg DEIN zweites Zuhause! “, wie sie auf der Crowd-Funding-Plattform Startnext schreiben.

Dort haben sie ihr Projekt erfolgreich gepitcht, knapp 10.000 Euro haben sie mit ihrem Spendenaufruf eingenommen. Das Geld soll in den restlichen Innenausbau und das Mobiliar gehen, aber auch für die Bezahlung einer Gastronomiefachkraft ausgegeben werden, denn bei geplanten Öffnungszeiten von 10 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts können die beiden jungen Mütter nicht alles allein stemmen.

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