Übernahme, Pandemie, Umbau – und trotzdem Zeit für Obdachlose

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Deren Inhalt – unter anderem OP- und FFP2-Masken, Desinfektionstücher, Seife, Pflaster, Taschentücher und Zahnpasta – hat AoG von Spenden aus Apotheken und Unternehmen erhalten. Insgesamt kamen so rund 10.000 Hygienetüten für Obdachlose zusammen, die zentral in Mainz gesammelt und dann dort von ehrenamtlichen Mitgliedern sortiert, abgepackt und verschickt wurden. Die Verteilung der Tüten übernehmen dann die ehrenamtlichen Mitglieder der 15 Regionalgruppen, die wiederum mit lokalen Hilfseinrichtungen kooperieren. In Berlin gibt es dazu schon Strukturen, weil AoG seit Jahren die Ambulanz der Berliner Stadtmission mit Medikamenten ausstattet und pharmazeutisch betreut.

So landeten 40 Kisten mit Hygienetüten in Luu-Frielings Apotheke – während dort bereits Wände eingerissen wurden, um einen Kommissionierer einzubauen. „Es wurden dann Apotheken zur weiteren Verteilung gesucht, da habe ich gesagt, dass ich die Organisation übernehme“, erzählt die Inhaberin. „Das ist zwar nochmal zusätzlicher Stress, aber das war mir egal, weil AoG mein Herzensprojekt ist.“ Die Hälfte der Kisten ist bereits weggegangen, zum Teil an die Berliner Stadtmission, die sie dann in ärztlichen Sprechstunden oder aber bei Essensausgaben verteilt hat.

Den anderen Teil hat Luu-Frieling selbst mit verteilt, nämlich vor etwas mehr als einer Woche bei einer Suppenküche der Katholischen Gemeinde St. Marien Liebfrauen in Kreuzberg. „Wir haben da einen Stand aufgebaut und jeder, der sich ein Essen abgeholt hat, konnte eine Tüte mitnehmen“, erklärt sie. „Die Leute waren wirklich sehr dankbar, denn wenn alles knapp wird, konzentriert man sich nicht in erster Linie auf Hygiene. Das ist genau der Punkt, an dem wir mithelfen können.“ 20 Kisten stehen nun noch in im Keller von Luu-Frielings Apotheke – sie hofft weiter auf hilfswillige Apotheken, die ihr welche abnehmen können.

 

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