Tatort: Apotheker als „Erlöser“

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Aber passt seine Tätigkeit als Apotheker in das Bild eines Serienkillers? Was treibt ihn an? Der „Spiegel“ hat bei Iris Hauth, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, nachgefragt. „Beim Täter spricht viel für eine narzisstische und eine schizoide Persönlichkeitsstörung“, meint Hauth – also ein Einzelgänger, der sich dem Rest der Welt überlegen sieht. Es wäre auch nicht der erste Fall von Menschen aus helfenden Berufen, die sich anmaßen, über die Zumutbarkeit der Schmerzen ihrer Patienten entscheiden zu können.

Außerdem irrt sich der Apotheker offenbar, wenn er annimmt, seine Opfer seien unheilbar krank. So litt sein erstes Opfer unter Trigeminusneuralgie. „Isabells Leben war nur noch Qual“, rechtfertigt sich Steinmetz. Die Schmerzen seien so schlimm, „wie sich das niemand vorstellen kann, stundenlang, fast den ganzen Tag, bis ans Ende ihres Lebens“.

Bei Trigeminusneuralgie handelt um eine schmerzhafte Reizung eines Hirnnervs, die Stirn, Wangen oder Unterkiefer befällt. „Die Krankheit ist mit blitzartigen heftigsten Schmerzen verbunden, die durch Banalitäten ausgelöst werden: Kauen, Lachen, kalte Luft“, erklärt Hauth im „Spiegel“. Auch wenn die Schmerzen tatsächlich qualvoll seien, sei die Krankheit keineswegs unheilbar. „Wenn man Trigeminusneuralgie früh erkennt, kann man sie gut mit Medikamenten behandeln“, sagt sie, „diese helfen nicht allen, aber vielen.“ Wenn Medikamente nicht ausreichen, können sich die Patienten an einem Nervenknoten operieren lassen, sodass dieser keine schmerzhaften Reize mehr überträgt. Mehr als 80 Prozent der Operierten sind auch noch zehn Jahre nach dem Eingriff schmerzfrei. Eine direkte kausale Folge á la 'Schmerzen treiben einen in den Selbstmord' gebe es ohnehin nicht.

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