Fachkräftemangel

Syrischer Apotheker: Endlich ohne Aufsicht arbeiten! Tobias Lau, 01.10.2018 07:44 Uhr

Hier angekommen, half er als Übersetzer, bis ihn jener Bekannte von der Caritas fragte, was er denn in Syrien gemacht habe. Er verwies ihn an Jürgen Lutsch, den Inhaber der Linda-Apotheke in Kall. „Wir führten dann ein Interview, in dem mir Herr Lutsch sagte, dass ich erst einmal Deutsch lernen muss“, erinnert er sich. Doch das war schon das nächste Hindernis: „Ich habe vier Anträge auf einen Deutschkurs gestellt, die wurden aber alle abgelehnt.“ Denn er hatte noch keinen geregelten Aufenthaltsstatus und musste noch auf seine Anhörung beim BAMF warten. Also hat er auf eigene Faust begonnen, die Sprache zu lernen. Als es endlich so weit war und er loslegen konnte, war er bereits entsprechend weit. „Innerhalb eines Jahres konnte ich dann C1 fertig machen, weil ich entsprechend höher eingestuft wurde“, erzählt er. „Ich wollte Deutsch lernen, denn ich wollte arbeiten!“

Doch Sprache und Aufenthaltstitel reichen nicht, eine Approbation muss her. Bisher arbeitet er als Apotheker unter Aufsicht, seinen syrischen Abschluss anerkennen zu lassen, ist nämlich der nächste Kraftakt. Zwar hat er aufbauende Kurse an den Universitäten in Bonn und Düsseldorf absolviert, erneut muss er aber vor allem warten, dieses mal auf die Apothekerkammer, die ihm einen Termin für das notwendige Examen gibt. Den erwartet er immerhin bis Ende des Jahres, nach bestandener Prüfung hat er es dann geschafft.

Dabei sind die Unterschiede zwischen der Apothekertätigkeit in Deutschland und Syrien Georges zufolge gar nicht so groß. „Der größte Unterschied ist noch, dass die Medikamente in Syrien nach Herstellern sortiert werden“, erklärt er. „Außerdem gibt es in Syrien keine PTA, PKA oder Pharmazieingenieure – jeder, der in der Apotheke arbeitet, ist Apotheker.“ Dann seien da noch die Krankenkassen, von denen es in Syrien viel weniger gebe, sowie die Bedarfsplanung. „In Deutschland kann ja jeder überall eine Apotheke eröffnen. In Syrien war das streng reguliert. Da darf es beispielsweise in einer Straße nur eine bestimmte Zahl an Apotheken geben.“ Bei diesen Unterschieden müsse man „zwar erstmal durchsteigen, aber das geht eigentlich ganz schnell“.

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