Syntellix: Start-up verklagt Maschmeyer auf Millionen

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Für Claassen steckt hingegen mehr dahinter: Es habe sich nicht um eine objektive Untersuchung gehandelt, so der Vorwurf, sondern um einen Teil einer von Maschmeyer orchestrierten Kampagne gegen Syntellix. Die beiden Studienautoren unterlägen aufgrund wirtschaftlicher Verquickungen mit Maschmeyer und dem Syntellix-Konkurrenten Arthrex Interessenkonflikten, so der Vorwurf. Man kenne „weder die beiden Ärzten noch die Studie“, zitiert die Süddeutsche Zeitung hingegen einen Maschmeyer-Sprecher.

Seitdem streiten sich Claassen, Maschmeyer und deren jeweilige Vertreter vor mehreren Gerichten. Syntellix gab nun bekannt, seine vor dem Landgericht München erhobene und bereits zugestellte Klage deutlich zu erweitern. Gegenstand der Klage seien „die weiter fortgesetzten Aktivitäten der bereits über mehrere Jahre hinweg andauernden Diffamierungs-, Schädigungs- und Marodierungs-Kampagne“ gegen Syntellix, so die Mitteilung des Unternehmens. Zuletzt seien „mehrfach unzutreffende und irreführende Informationen, Unterlagen und Dossiers rufschädigenden Inhaltes gezielt ausgewählten Medien sowie Aktionären und potenziellen Investoren der Syntellix AG zugespielt worden“, heißt es weiter.

Syntellix fordert nun von den Beklagten – neben Maschmeyer selbst seine MM Familien KG und Dr. Klaus Schieble, ein ehemaliges Syntellix-Aufsichtsratsmitglied, das Informationen an den Konkurrenten Arthrex durchgestochen haben soll – Schadenersatz in Höhe von 6,33 Millionen Euro „zuzüglich sämtlicher weiterer materiellen und immateriellen Schäden, die aus den streitgegenständlichen Schädigungs-Aktivitäten der Beklagten noch entstehen.“ Für Syntellix ist der Zeitpunkt sensibel: Das Unternehmen bereitet seinen Börsengang vor. Der vorgeworfene Schaden durch Maschmeyer könne deshalb „perspektivisch bis in den vierstelligen Millionen-Bereich hineinreichen“, so das Unternehmen.

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