Strom weg: Apotheke übt den Ernstfall | APOTHEKE ADHOC
Securpharm, Kühlschrank und Großhandel

Strom weg: Apotheke übt den Ernstfall

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Berlin -

Die Spreeapotheke in der Altstadt von Lübbenau war am Freitag von einem vierstündigen Stromausfall betroffen. Inhaberin Sylke Zabel ließ die Apotheke trotz der Umstände geöffnet und war für die Patient:innen da. Der Aufwand, der dadurch entstand, war enorm.

Der Strom fiel von 9.30 bis 14 Uhr aus. Die Gastronomie in der Altstadt konnte kein warmes Mittagessen anbieten, die Supermärkte mussten schließen und viele Arztpraxen waren für Stunden nicht arbeitsfähig. Zabel kämpfte mit Ihrem Team für die Aufrechterhaltung des Tagesgeschäftes gleichzeitig an mehreren Fronten.

Die Nerven aller Mitarbeiter:innen wurden dabei auf das Äußerste strapaziert: „Wir mussten enorm viel telefonieren. Die Verfügbarkeit der Medikamente, die bestellt werden müssen, konnten wir nicht wie gewohnt direkt über den Computer beim Großhandel abfragen. Für jede Kundenbestellung haben wir beim Großhandel angerufen. Dafür nutzen wir die privaten Handys, denn das Festnetz ging ja auch nicht mehr.“

Securpharm nachbuchen

Zudem ist es Pflicht, alle Arzneimittel, die mit dem QR-Code für die Securpharm ausgestattet sind, per Scan ein-oder auszubuchen. Der Mehraufwand war auch hier kaum stemmbar. „Die einzelnen Chargen haben wir notiert, um später alles nachzubuchen. Wird hier nicht korrekt gebucht, bringt das im Nachhinein viele Probleme mit sich.“ Das habe im Nachgang sehr viel Zeit in Anspruch genommen, musste aber auch für die Pflege der Bestände unbedingt erledigt werden.

Kühlkette nicht unterbrechen

Wichtig für alle kühlpflichtigen Medikamente ist, dass die Kühlkette nicht unterbrochen werden darf. Jede Apotheke hat den einen oder anderen Impfstoff auf Lager sowie Medikamente und Augentropfen oder auch Rezeptursubstanzen, die kühl gelagert werden müssen. Fällt der Strom aus, muss schnell gehandelt werden, um die kühlpflichtigen Arzneimittel vor zu hohen Temperaturen zu schützen. Zabel handelte umsichtig und beschloss mit ihrem Team, die Artikel auszulagern, die betroffen waren. „Wir haben alles ordnungsgemäß in Kühlboxen verpackt und dann ausgelagert in einen Kühlschrank außerhalb des betroffenen Gebietes. Dadurch konnten wir die Medikamente retten“, so Zabel.

Dankbarkeit der Kundschaft

Die Kund:innen der Spreeapotheke waren sehr dankbar, dass die Apotheke geöffnet blieb. „Ich habe einen Versorgungsauftrag und wollte auch in dieser Situation für meine Kunden da sein. Diese haben es uns sehr gedankt. Natürlich hätte ich auch einfach schließen können, um unser Nervenkostüm zu schonen. Unsere Patienten lasse ich jedoch nicht im Stich. In der heutigen Situation, im Hinblick auf die steigenden Preise kann ich es mir zudem einfach nicht leisten, den Betrieb zeitweise zu schließen“, erläutert Zabel. Sie und ihr Team haben für den Ernstfall geübt: Man wisse nicht, was noch auf die Bevölkerung zukomme.

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