Ambulante Versorgung

Spahn: Mehr Geld für kürzere Wartezeiten dpa, 20.07.2018 14:47 Uhr

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, wies Spahns Vorstoß als „Mogelpackung“ zurück. Chaos und längere Wartezeiten in den Praxen würden die Folgen sein. „Das ärztliche und nichtärztliche Personal in den Praxen wird immer knapper, und die Terminvergabe, auf die vor Jahren nicht zuletzt auch die Politik gepocht hatte, hat sich grundsätzlich bewährt.“ Die KBV meint, dass Patienten, die schnelle Hilfe bräuchten, während offener Sprechstunden stundenlang im Wartezimmer ausharren müssten.

Der Deutsche Hausärzteverband lobte Spahns Ankündigung als Schritt in die richtige Richtung. „Was wir klar ablehnen würden, wären verpflichtende Regelungen, die den Ärztinnen und Ärzten vorschreiben, wie sie konkret ihren Praxisalltag zu organisieren haben“, kündigte der Vorsitzende Ulrich Weigeldt aber an. Dem NAV-Virchow-Bund, einem Verband der niedergelassenen Ärzte, reichen Spahns Ankündigungen nicht aus. Er forderte, alle Grundleistungen der Ärzte von den heutigen Bezahlobergrenzen zu befreien, nicht nur offene Sprechstunden und über die Servicestellen vermittelte Patienten.

Der Kassen-Spitzenverband lobte, „dass die Bundesregierung die Mindestsprechzeiten erhöhen, offene Sprechzeiten verpflichtend einführen und die Terminservicestellen ausbauen möchte“. Zusätzliche Gelder für Ärzte, die Patienten über die Servicestellen annehmen, dürften den Beitragszahlern aber nicht zusätzlich in Rechnung gestellt werden, sagte der Vizechef des Verbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Die gesetzliche Krankenversicherung zahle im Schnitt pro Jahr über 380.000 Euro Honorar an jede Arztpraxis. Wenn ein kleiner Teil der Ärzte nicht genug Termine anbiete, sei das ein innerärztliches Verteilungsproblem. Die Kassen lehnten weitere Zuschläge dafür ab, dass die Ärzte in ihrer Gesamtheit die Aufgaben bei Sprechzeiten und Terminvergabe nicht länger vernachlässigen.

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