Wiedereröffnung

Rosen für den Center-Apotheker Torsten Bless, 18.11.2017 08:40 Uhr

Nicht nur im Beruf, auch im Einkaufszentrum und in der Umgebung habe sich in den letzten 35 Jahren viel getan. „Früher gab es 30 inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte, heute finden sich fast nur noch Shops von Ketten, selbst der Zeitschriftenladen ist eine Filiale.“ Die Stadt ist gewachsen. 45.000 Einwohner zählt das unweit von Heidelberg und Mannheim gelegene Weinheim heute. „Der westliche Teil, in dem wir unsere Apotheke haben, zählt etwa 20.000 Einwohner. Hier gibt es vier Apotheken, eine davon ist meine“, sagt Weber-Kühn. „Es sind neue Wohngebiete entstanden.“ Potenziell hätten damit auch viele Neukunden ihren Weg in die Offizin finden können. „Aber das Einkaufszentrum ist in den letzten acht Jahren dahin gegammelt, das hat uns nicht geholfen. Wir konnten uns dennoch gut halten.“

Ein Jahr dauerte die Räumungs- und Sanierungsphase. Die Multzentrum-Apotheke hielt in einem aus 15 Containern zusammengestellten „Apotainer“ auf dem Parkplatz tapfer ihre Stellung. Die Zeit dort sei weniger beschwerlich gewesen als gedacht, so Weber-Kühn. „Wir hatten etwa 200 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die Offizin war etwas kleiner und enger und verströmte Wohnzimmeratmosphäre. Dafür gab es erstmals nach allen Seiten Fenster und damit Tageslicht, die Kunden haben es genossen.“ Der Umsatz sei allerdings zurückgegangen: „Mangels Supermarkt und weiterer typischer Einkaufsmöglichkeiten ist die Laufkundschaft weggeblieben“, berichtet Weber-Kühn. „Aber wir haben Patienten mit einem hohen Rx-Anteil.“

Nur in den letzten drei Wochen vor der Wiedereröffnung habe man den Betrieb einstellen müssen. „Mir wurde ganz kurzfristig mitgeteilt, dass die Stellplätze vorbereitet werden müssen. Das hat aber gerade mal eine Woche gedauert, was uns unnötigen Stress beschert hat.“ Doch die runderneuerte Apotheke mache allen Ärger wieder wett: „Wenn man immer nur Kleinigkeiten ändert, wird man betriebsblind dafür, wie durcheinander sie aussieht“, räumt er ein. „Die neue Einrichtung ist einheitlicher, und auch die Sichtwahl ist übersichtlicher.“

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