47-mal mit Macheten und Pistolen auf Apotheken

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Bei einem Drittel der Betroffenen sei eine notfallpsychologische Betreuung nötig: „Wir prüfen gemeinsam mit den Betroffenen, ob sie in der Lage sind, das Erlebnis selbst zu verarbeiten, durch Familie und Kollegen und durch ihre eigene Lebenserfahrung. Wir prüfen, wie stabil sie sind und ob sie Ähnliches schon erlebt und verarbeitet haben. Wir wecken die Ressourcen, damit selbst fertig zu werden. Im Unterschied zu einer Therapie gehen wir davon aus, dass wir es mit Gesunden zu tun haben“, so Bringer. Bei der Betreuung seien lediglich eine bis fünf Sitzungen nötig.

Für Apotheken regt Bringer an, Schulungen für das gesamte Team durchzuführen. Das sei nachhaltiger, als einzelne Mitarbeiter auf externe Seminare zu schicken. „Es geht nicht um Selbsthilfegruppen, sondern darum, unterstützendes Verhalten anzusprechen“, so die Psychologin. „Wenn man Kollegen zum Reden hat, ist Normalität besser als alleine zu Hause zu grübeln. Eine Isolierung ist nicht immer hilfreich.“

Nancy Gottlieb, PTA in der Jumbo-Apotheke in Berlin, hat selbst durch eine solche kollegiale Unterstützung einen Raub verarbeitet. Im September 2013 überfiel ein Räuber die Apotheke gleich zwei mal innerhalb von einer Woche. Betroffen waren neben Gottlieb insgesamt noch drei weitere Angestellte. „Wir haben das Richtige getan“, sagt sie heute, „einfach das, was der Täter gesagt hat. Ich hätte etwas machen können, ich habe sogar Selbstverteidigung gelernt. Aber das Risiko für meine Kollegin war zu hoch“, schätzt Gottlieb. Zudem habe sie gewusst, dass der Überfall von einer Kamera aufgezeichnet worden sei.

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