Auf frischer Tat ertappt

Potenzmittel im Wert von 62.000 Euro unterschlagen APOTHEKE ADHOC, 10.01.2019 12:40 Uhr

So gingen die beiden vor: Im Frühjahr 2015 begann die 29-Jährige nach Angaben des Amtsgerichts München, ihrem Freund ein in der Fitness- und Bodybuilding-Szene aufgrund der gleichzeitig muskelaufbauenden und fettreduzierenden Wirkung gefragtes Wachstumshormon zu besorgen. In der Apotheke, in der sie als PTA angestellt war, war sie auch mit der eigenständigen Bestellung der Medikamente betraut. So konnte sie ohne größere Probleme die Präparate bestellen. Anschließend übergab sie die Steroide ihrem damaligen Partner.

Da das Präparat allerdings auch im Einkauf sehr teuer ist, hatte die PTA irgendwann Angst, dass ihrem Chef die Fehlbeträge auffallen würden. Um dies besser verschleiern zu können, holte sie ihre Schwester mit ins Boot, die in einer Filiale desselben Apothekers arbeitete. Die 23-Jährige wickelte fortan einen Teil der Bestellungen von dort ab. Insgesamt haben die Schwestern so Steroide im Wert von 137.317,96 Euro darunter Testosteronpräparate im Wert von 2186,10 Euro dem 32-jährigen Freund der großen Schwester übergeben.

Der Apotheker wurde misstrauisch, als ihm im Laufe des Jahres 2015 auffiel, dass die Gewinne seiner Apotheken trotz guter Umsätze zurückgegangen waren. Einsparungen zeigten keine Wirkung, er begann, genauer nach der Ursache des Gewinnrückgangs zu forschen und kam so schließlich seinen Mitarbeiterinnen auf die Spur. Akribisch verfolgte er alle Spuren. Im Dezember 2015 hatte er die auffälligen Bestell- und Liefervorgänge für das Hormonpräparat festgestellt, ohne dass im Computersystem ein passender Patient dafür zu finden war. Nach Abgleich der Dienstpläne aller Mitarbeiter habe sich dann herausgestellt, dass nur die beiden Schwestern zu allen Zeitpunkten der Bestellungen im Dienst waren.

Beide PTA wurden wegen unerlaubtem Inverkehrbringen von Arzneimitteln zu Dopingzwecken zu Bewährungsstrafen von einem Jahr und acht Monaten beziehungsweise acht Monaten verurteilt. Als Bewährungsauflage mussten sie je 5000 Euro in Raten zur Wiedergutmachung an den Apotheker zahlen.

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