Zyto-Skandal

Pfusch-Prozess: AOK errechnet Sterberate

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Und auch bei Patientinnen mit Brustkrebs erscheint laut Bericht das Ergebnis deutlich. Hier konnten 78 Patientinnen der Alten Apotheke mit 3540 Patientinnen anderer Apotheken verglichen werden. Jede vierte Frau erlitt einen schweren Rückfall, wenn sie ihre Mittel aus der Alten Apotheke bezog. Bei Patientinnen, die die Medikamente aus anderen Apotheken bekamen, war es nur rund jede fünfte Frau, die erneut erkrankte. „Von rechnerisch hundert Patientinnen, die ihre Medizin aus der Bottroper Apotheke bekamen, erlitten 14,3 einen Rückfall – in der Vergleichsgruppe nur 4,5 Patientinnen.“

Die Verteidiger von Peter S. wiesen die Vorwürfe gegen ihren Mandanten vor Gericht zurück und verwiesen auf angebliche Aussagen des Brustkrebsspezialisten Dr. Mahdi Rezai aus Düsseldorf und der Ärztegemeinschaft Pott/Hannig/Tirier aus Bottrop, einer Schwerpunktpraxis für Hämatologie und Onkologie. Diese Ärzte sollen die größten Kunden der Alten Apotheke sein und nach Angaben der Verteidiger gesagt haben, dass es den Patienten mit Medizin aus der Bottroper Apotheke besser ergangen sei, als dies normale Statistiken nahelegen würden.

„Diese Aussage könnte eine umfassende Untersuchung der AOK zusammen mit weiteren Krankenkassen widerlegen“, schreibt die Rheinische Post. „Je mehr Krankenkassen Auswertungen auf der Basis eigener Daten erstellen, desto verlässlicher werden die Aussagen“, wird ein Sprecher zitiert. Doch eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, dass aus den „Materialsammlungen“ der Krankenkassen keine Schlüsse gezogen werden könnten. Zudem seien die Kassen keine Gutachter.

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