Opfer-Demo in Sträflingskleidung

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Deshalb werde sie weiter für Transparenz kämpfen und dafür, dass Ministerien und Behörden „aufhören, den Schwarzen Peter hin- und herzuschieben“, versprach Benedetti den anwesenden Demonstranten. 50 bis 60 waren es nach eigenen Angaben – „Nicht mehr ganz so viele wie früher, aber es verläuft sich halt auch und außerdem hat es geregnet.“ Zu Beginn bedankte sich die 57-Jährige ironisch bei den Verteidigern Stadtmanns – sie hatten es nicht geschafft, seine Strafe weiter zu drücken. „Mit den zwölf Jahren bin ich zufrieden, viel mehr gibt das deutsche Recht halt nicht her“, sagt sie. Das Strafmaß schreibt sie auch dem gemeinsamen Engagement der Opfervertreter zu: „Wenn wir da stillgehalten hätten, wäre viel unter den Tisch gefallen und der wäre nach drei, vier Jahren wieder draußen“, mutmaßt sie. Deshalb auch die Sträflingskleidung, die Stadtmann symbolisieren soll. Nun sei es daran, die Hintermänner zu belangen: „Es gab da Mitwisser, das kann der nicht allein gemacht haben“.

Schlecht zu sprechen ist sie auch auf die Amtsapothekerin aus Recklinghausen. Deren Verhalten sei mehr als nur fahrlässig und pflichtvergessen gewesen. Mit Stadtmann habe sie bei vorangekündigten Kontrollen Kaffe getrunken und ihm die Möglichkeit gegeben, die Behebung entdeckter Mängel per Fax und Foto nachzuweisen. „Das machen Sie mal beim TÜV, der zeigt Ihnen den Vogel“, spottet sie bitter. Der Kreis Recklinghausen muss sich jedenfalls auf eine Klage einstellen.

Derzeit wird gemeinsam mit dem Stuttgarter Rechtsanwalt Manuel Rieger ein Zivilverfahren vorbereitet. Samt eigener Internetseite, E-Mail-Adresse und Hotline wird nach weiteren prozesswilligen Betroffenen gesucht, um ein Schmerzensgeldverfahren zu beginnen. Die beteiligten Anwälte prüften demnach derzeit individuell die mögliche Höhe solcher Forderungen. Von Peter Stadtmann verlangen sie insgesamt 120 Millionen Euro.

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