Lieferengpässe: Apotheker Gulde im SWR

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Hintergrund

Wuhan ist nicht nur Zentrum der Corona-Epidemie, sondern auch Standort wichtiger Wirkstofffabriken. Für 19 Arzneimittel ist laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Wirkstoffhersteller in der Stadt mit elf Millionen Einwohnern gemeldet; die Behörde fürchtet Lieferengpässe bei 48 versorgungsrelevanten Wirkstoffen. Einem Insider zufolge könnten die Engpässe erst zum Jahresende hierzulande spürbar sein.

Eine zuverlässige Meldung zu möglichen Lieferengpässen gibt es derzeit noch nicht. Allerdings scheinen die Maschinen vieler Wirkstoffproduzenten stillzustehen. Ob und in welcher Härte es Engpässe auf dem deutschen Markt geben wird, hängt von der Dauer der verhängten Quarantäne ab. Außerdem weiß niemand – mit Ausnahme des Importeurs und des Wirkstoffherstellers – wie viel Ware bereits verschifft wurde oder in Lagern vorrätig ist. Allerdings werden bereits jetzt Verschiebungen von Lieferungen erwartet. In der Provinz Hubei, in der Wuhan liegt, werden verschiedene versorgungsrelevante Arzneistoffe produziert, darunter Ibuprofen und Metamizol.

Wuhan ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei, die nach Shanghai den zweitgrößten Hafen am Jangtsekiang besitzt. Die „Provinz der 1000 Seen“ beherbergt nicht nur die Automobil- sowie Stahl- und Metallindustrie. Auch verschiedene Wirkstoffe werden in der Region für den Weltmarkt produziert. Doch in der chinesischen Provinz stehen die Maschinen still, denn Wuhan gilt als Zentrum des Coronavirus. Seit nun mehr als zwei Wochen ist die Region abgeriegelt. Millionen Menschen wurden angehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Für Schulen und Universitäten gelten Zwangsferien bis zum 2. März.

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