Hautkrebs

Krebsraten steigen: Gefährlicher Sommer für die Haut dpa, 11.09.2018 09:38 Uhr

Stuttgart - Lichtschutzfaktor 50, ordentlich Sonnencreme schützt ja vor Hautkrebs – gerade in diesem Supersommer mit Sonne satt seit April. „Ein Irrglaube“, warnt der Tübinger Hautkrebsexperte Professor Dr. Claus Garbe. Es sei nicht so, dass die Haut durch Sonnenschutzmittel komplett vor Hautkrebs geschützt werden könne. „Vor Sonnenbrand ja, vor Hautkrebs nicht.“ Schon sehr niedrige Dosen UV-Strahlung verursachten Veränderungen des Erbguts in der Haut, die das Krebsrisiko vergrößern können. „Sobald die Haut braun wird, sind schon Mutationen ausgelöst.“

Garbe, Mediziner an der Eberhard Karls Universität Tübingen, ist Tagungspräsident des Deutschen Hautkrebskongresses, der am Donnerstag in Stuttgart beginnt. Der Professor berichtet vom „überraschenden Resultat“ einer Studie mit rund 1800 Kindergartenkindern, nach der Sonnenschutzmittel keinen Effekt auf die Entwicklung von Hautmutationen hatten. Schutz durch Kleidung dagegen habe einen deutlichen Unterschied ausgemacht.

Solange die Menschen das ausgiebige Sonnenbaden nicht sein ließen, solange braun sein „in“ sei, stiegen die Hautkrebsraten wohl weiter, sagt der Mediziner, und das ungebremst. Bis 2030 werde eine Verdoppelung bei der Zahl der Neuerkrankungen erwartet. Dann gibt es in Deutschland so viele neue Fälle von Hautkrebs im Jahr wie bei allen anderen Krebsarten zusammen, wie Garbe sagt. Er sieht ein Plateau frühestens 2050.

Gab es in den 50er Jahren nur einen Fall des besonders tückischen schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom) in Deutschland auf 100.000 Menschen pro Jahr, waren es in den 90er Jahren bereits 8 Fälle und im Jahr 2010 rund 25. Für das Jahr 2030 werden Garbe zufolge 45 Fälle prognostiziert.

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