Keine Corona-Tests: Ärger über Apotheken

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Testen, testen, testen – aber wo? (ab Minute 2:50)

Auch die Vorfinanzierung sei ein Problem: „Es ist noch gar nicht absehbar, wann die ersten Zahlungen erfolgen. Wir haben zudem eine sehr hohe Abrechnungsgebühr bei der Kassenärztlichen Vereinigung für unser Honorar zu zahlen. Im Gegensatz zur Ärzteschaft ist das Honorar der Apotheker auch nicht von der Mehrwertsteuer befreit. Das sind zusätzliche Belastungen. Das schaffen viele Apotheken einfach nicht.“

Der „Tagesspiegel“ hat in Berlin den Test gemacht, wo man Selbsttests kaufen kann. Das Fazit ist ernüchternd: Eigentlich seit dieser Woche auf dem Markt, seien sie im Handel kaum zu bekommen. Zwei Apotheken müssen passen, „dann eben zu den Großen, die können es sicher besser – wie Aldi, wo es am Sonnabend Tests gab, wenn auch nur kurz“. Doch auch in der dm-Filiale gab es weder Test noch Auskunft. Nachdem auch der Großhandel den Autoren keine Details nennten konnte, fragten diese bei den Herstellen nach. Vom Vertreiber Technomed aus Graz habe es demnach geheißen, die Tests gingen vorrangig an die Unternehmen Aldi, Lidl und Rossmann.

In Österreich kämpfen die Apotheken mit ähnlichen Herausforderungen. Hier sollen die Menschen sogar kostenlose Selbsttests erhalten – doch weil diese erst umverpackt werden müssen, ruckelt es offenbar vielerorts: „Maskenchaos, Testchaos, Impfchaos“, ärgert sich der Pensionistenverband: „Die Stimmung unter den älteren Menschen in Österreich ist eine Mischung aus Ärger und Verzweiflung“, so Präsident Dr. Peter Kostelka.

„Vielen Pensionistinnen und Pensionisten ist der tägliche Weg in die Apotheke, um zu schauen, ob die Gratis-Schnelltests endlich verfügbar sind, nicht zumutbar“, so Kostelka. Der Verband schlägt daher ein Reservierungssystem vor: Wer noch keine Tests bekommen hat, soll sich in der Apotheke vormerken lassen und damit Tests reservieren können. Wenn diese eintreffen, bekommt man einen Anruf, eine SMS oder eine E-Mail, dass sie abholbereit sind. „Das erspart älteren Menschen sinnlose Wege und vermindert dadurch auch die Ansteckungsgefahr“, so Kostelka.

Wegen der schleppend voranschreitenden Impfungen fordert er von der Regierung ein besseres und transparentes Impfstoff-Einkaufsmanagement, das Österreich garantiert jenen Anteil an Impfstoffen sichert, der unserem Land zusteht: „Alle Österreicherinnen und Österreicher – nicht nur die ältere Generation – haben diese laufenden Verunsicherungen satt. Was die Menschen jetzt brauchen, ist Sicherheit. Sie wollen wissen, WER, WANN, WO, WIE und WOMIT geimpft wird!“

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