Öko-Test

Johanniskraut: Apotheke sehr gut, Drogerie mangelhaft APOTHEKE ADHOC, 26.01.2018 09:05 Uhr

„Mangelhaft“ schnitten unter anderem die Eigenmarken der Drogerien ab. Die Tester monierten die Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel, sowie bei drei Produkten bedenkliche und/oder umstrittene Hilfsstoffe – zu finden waren Farbstoffe. Abtei verwendet Ponceau 4R (E 124), das laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Auslöser von allergischen Reaktionen sein kann. In den Eigenmarken der Drogerien ist der umstrittene Farbstoff Chinolingelb (E 104) enthalten.

Schlusslicht sind die Kneipp Johanniskraut Dragees H. „Ungenügend“ lautet das Gesamturteil. Die Tester dokumentierten einen Deklarationsmangel. Der Produktinformation fehlt ein Hinweis, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Wie auch den „mangelhaft“ bewertenden Produkten fehlten der Packungsbeilage umfängliche Hinweise zu Neben- und Wechselwirkungen. Laut Öko-Test sind die „freiverkäuflichen Mittel im Test so niedrig dosiert, dass keine Wirkung und folglich auch keine Nebeneffekte auf andere Arzneimittel zu erwarten sind“. Fazit: „Entsprechende Hinweise sind daher entbehrlich.“

Johanniskraut und seine Zubereitungen besitzen antidepressive, angstlösende und stimmungsaufhellende Eigenschaften. Innerlich können die Präparate bei innerer Unruhe, Ängstlichkeit, Ein- und Durchschlafstörungen sowie Stimmungsschwankungen bis zur Behandlung von leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen eingesetzt werden. Empfohlen ist eine Dosierung von 900 mg pro Tag. Betroffene können die Dosis einmal täglich einnehmen. Unterschiedlich hoch dosierte Präparate sind sowohl als apothekenpflichtige Arzneimittel, als auch freiverkäuflich in der Drogerie zu finden. Die Wirkung baut sich zu Beginn der Behandlung auf und erreicht nach etwa 14 Tagen ihr Optimum. Patienten sollten über den verzögerten Wirkeintritt informiert werden, um einen vorzeitigen Therapieabbruch zu vermeiden.

Die antidepressiven, angstlösenden und stimmungsaufhellenden Eigenschaften der Pflanze können auf Hyperforin zurückgeführt werden. Der Inhaltsstoff soll die Wiederaufnahme bestimmter Botenstoffe wie Serotonin und Noradrenalin in die präsynaptische Nervenzelle hemmen und deren Abbau verhindern. Somit wirkt das pflanzliche Präparat wie ein synthetisches Antidepressivum und erhöht die Konzentration an Neurotransmittern im synaptischen Spalt. Außerdem wird eine Hemmung der Monoaminooxidase für den Gesamtextrakt in Betracht gezogen.

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