Inhaber verkauft seine Apotheken und wird Mentor

, Uhr

Denn in den meisten Apotheken fahren die Inhaber bei der Geschäftsentwicklung auf Sicht, ist er sicher. „Im Pharmaziestudium wird überhaupt kein geschäftliches Wissen vermittelt und im Arbeitsalltag haben nur die wenigsten Zeit, sich damit intensiver auseinanderzusetzen“, so Schmitz-Urban. „Die meisten Apotheken werden deshalb pharmazeutisch geführt und nicht unternehmerisch. Das führt zu einer hohen pharmazeutischen Qualität, behindert aber die Entwicklung des Betriebs.“ Er wolle allerdings nicht wie ein klassischer Apothekenberater durchs Land ziehen und Inhabern scheibchenweise Ratschläge geben, sondern habe stattdessen zwei Mentoring-Programme entwickelt, eines speziell für Inhaber und eines für Filialleitungen. „Dabei begleite ich sie ein Jahr lang, vermittle Wissen in Marketing, Management und Personalführung, bei dessen praktischer Umleitung ich sie auch anleite.“

Flankiert wird die neue Beratungstätigkeit dabei durch ein Buch, das Schmitz-Urban geschrieben hat. Ende November soll „Die Erfolgsformel für Apotheken“ erscheinen. In 21 Kapiteln arbeitet er darin jeweils entscheidende Punkte des Apothekenbetriebs von der Personalgewinnung über die Einarbeitung bis zur Warenplatzierung ab und erklärt, worauf es seiner Meinung nach ankommt – beim Aufbau einer internen Führungsspitze beispielsweise: „Filialleitungen erhalten meist zu wenige Kompetenzen, was dazu führt, dass ich mich als Inhaber oft nicht nur um das Haupthaus kümmern muss, sondern auch die Filiale“, sagt Schmitz-Urban. „Ich kann auch in meiner Hauptapotheke eine interne Führung aufbauen, die mir im pharmazeutischen Tagesgeschäft viele Aufgaben abnimmt und mich aus der Schusslinie nimmt, damit ich mich als Inhaber um strategische Aufgaben kümmern kann. Erst dann gewinne ich unternehmerische Freiheit und spiele nicht immer den Feuerlöscher.“ Worauf man dabei achten muss, erkläre er in seinem Buch.

Kurz nach Veröffentlichung des Buches will Schmitz-Urban zusätzlich mit Seminaren für Inhaber und Filialleiter starten: Am 11. Dezember geht es in seiner Heimatstadt Düsseldorf los, unter dem Titel des Buches will er dort möglichst vielen Teilnehmer einen Tag lang seine Erfolgsformel einimpfen. „Es soll dabei um Marketingthemen gehen, wie ich mich als Marke positionieren und Kunden binden kann, wie ich den digitalen Wandel mit meiner Apotheke gestalte, aber auch, wie ich die passenden Mitarbeiter finde“, erzählt er.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Podcast NUR MAL SO ZUM WISSEN
Karl, der Mal-sehen-wie-Große»
Mehr Transparenz in der Lieferkette
EMA bekommt Engpass-Datenbank»
Streit um das Millionenprojekt
LAV-Beitrag: 50 Euro pro Monat für Gedisa»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Report Mainz über Impfpassfälschungen
Apotheken im Fadenkreuz von Impfgegnern»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»