Apothekerin versorgt 200 Betriebsärzt:innen

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Saß investierte noch nicht in ein Ultratiefkühllager. Die Kosten dafür beliefen sich im fünfstelligen Bereich. „Je nach Größe geht es ab etwa 15.000 Euro los. Das muss man erstmal wieder einnehmen. Bisher ist die Vergütung für Apotheke ja eher übersichtlich“, sagt sie. Für diese Mengen lohne sich die aktuelle Marge eigentlich nicht. Vielleicht werde die Lagerung auch vereinfacht. In den USA kann Comirnaty im normalen Gefrierfach verbleiben – begrenzt auf zwei Wochen bei Temperaturen von minus 25 bis minus 15 Grad. Konkrete Zusammenhänge seien noch nicht bekannt, sagt die Apothekerin. Sie hofft, dass der Bund anders als bei der Maskenvergabe die Apotheken frühzeitig informiert.

Über ihre Apotheke beliefert Saß rund 200 Betriebsärzt:innen sowie betriebsärztliche Dienste. Letztere stehen momentan im Fokus, da viele Unternehmen ihren Mitarbeiter:innen Impfungen gegen Covid-19 im Betrieb anbieten wollen. „Wir haben bereits zahlreiche Anfragen wegen Impfstoffen“, sagt Saß. Die Unternehmen wollten vor allem Comirnaty, da AstraZeneca bei Menschen unter 60 Jahren kritisch gesehen werde.

Auch der Bamberger Strumpf- und Bandagenhersteller Ofa etwa will seine rund 600 Mitarbeiter so schnell wie möglich ein Impfangebot machen. Noch gebe es keine Informationen seitens der Bundesregierung, sagt Geschäftsführer Rainer Kliewe. Er ist bereits mit der St. Georg-Apotheke in Kontakt. Vorsorglich sei bereits ein Kühlschrank für die Impfstoffe angeschafft worden. Auch die Betriebsärztin, die einen Tag pro Woche im Unternehmen ist, sei bereit.

Der Phytohersteller Bionorica will seine Belegschaft ebenfalls schnellstmöglich impfen und wartet auf eine Freigabe. Alles Notwendige ist am Standort in Neumarkt in der Oberpfalz vorbereitet. Der Sinupret-Hersteller steht demnach mit der eigenen „Corona-Taskforce“, dem betriebsärztlichen Dienst und den zuständigen Behörden vor Ort in engem Austausch. In Nürnberg erhielt Novartis bereits die Erlaubnis, die Belegschaft durch die Betriebsärzte impfen zu lassen. Der Pharmakonzern ist eines von zehn Unternehmen, das in Bayern Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommt, um den Mitarbeitern ein Impfangebot zu machen.

 

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