Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren

Homöopathie-Bauernhof: Globuli statt Antibiotika APOTHEKE ADHOC, 30.11.2019 13:08 Uhr

Ihre Beratung werde von den Landwirten gut angenommen: „Landwirte wollen sich bewusst und vermehrt selber mit den Problemen im Stall auseinandersetzen“, erklärt Gnadl. Nutztierärzte würden kaum Homöopathie anwenden. Der Hof-Tierarzt habe zudem häufig nicht die Zeit auf mögliche Ursachen einzugehen. Die Kenntnisse zur Homöopathie eignen sich Landwirte und Bäuerinnen dann in Seminaren an. Die Bereitschaft zur Fortbildung sei trotz der hohen Belastung der Landwirte sehr gut. „Das Interesse für Homöopathie-Seminare steigt stetig, derzeit haben wir etwa 2500 Kursanmeldungen jährlich, alleine in Deutschland.“ Ähnliche Seminare werden auch für Apothekenpersonal angeboten: Im vergangen Jahr hielt sie in 26 Apotheken Vorträge zur ganzheitlichen Tierheilkunde.

Der Grund für die Anwendung von Homöopathie sei oft der Gleiche: „Wenn nichts mehr wirkt und dir die Tiere samt dem Tierarzt wegsterben, dann musst` was ändern.“ Trotz intensiver tierärztlicher Behandlungen sterben viele Tiere – auch aufgrund von Resistenzen. Hinzu komme der inzwischen immer häufiger werdende Tierarztmangel. Gnadl zufolge gibt es homöopathisch arbeitende Betriebe, die jahrelang keine Antibiose brauchen. „Eine Euterentzündung bei einer Kuh kostet im Normalfall etwa 350 bis 500 Euro. Hier sind die Behandlungen und der daraus entstehende Milchverlust mit eingerechnet.“ Verwende der Landwirt homöopathische Mittel, koste ihn das etwa 7 Euro. „Und er wird die Milch ohne Bedenken an seine Kälber verfüttern können.“ Denn an die Molkerei wird diese Milch nicht geliefert: Krankhaft veränderte Zellen, die durch die Entzündung entstehen und in der Milch messbar sind, dürfen nicht in die Konsummilch gelangen.

Jährlich gibt es etwa 500 Millionen Liter Antibiotikamilch in Deutschland“, erklärt Gnadl. Diese „Hemmstoff-Milch“ können Landwirte nicht gesondert oder sicher entsorgen. „Es ist nicht geregelt und es erfolgt auch seitens der Politik keine Vorgabe oder Kontrolle“, erklärt sie. Gängige Praxis sei daher, diese mit Antibiotika belastete Milch an Kälber zu verfüttern oder in die Umwelt, etwa mit der Gülle auf die Felder zu entsorgen. Die offizielle Empfehlung lautet eigentlich: „Antibiotikamilch soll durch konzentriertes Verschütten ins Erdreich entsorgt werden.“ Da es vor Ort jedoch zu einer starken Geruchsbelastung kommt und auch der finanzielle Wert der entsorgten Milch etwa bei 6500 Euro pro Betrieb liegt, wird diese Empfehlung meist nicht umgesetzt. „Wenn man bedenkt, dass ein Landwirt für ein männliches Holstein Kalb nur etwa 8,50 Euro bekommt, dann ist diese Vorgehensweise nicht verwunderlich“,gibt Gnadl zu bedenken. Landwirte hätten also bisher keine andere Möglichkeit diesen „Sondermüll“ zu entsorgen.

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