Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren

Homöopathie-Bauernhof: Globuli statt Antibiotika

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Gnadl zufolge können Landwirte bei der Behandlung der Tiere Antibiotika durch Homöopathie ersetzen: Das sei möglich und werde seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert. „Wir können sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen Antibiotika durch Homöopathie deutlich reduzieren.“ Der Krankheitsverlauf beim Einsatz von Homöopathika sei vor allem bei akuten Fällen wie der Rindergrippe oder einer Mastitis meist besser als bei konventionellen Therapien. „Die Eigenregulation der Tiere bleibt deutlich besser erhalten und es zeigt sich eine sehr gute Rekonvaleszenz, zudem gibt es kaum Rückfälle“, erklärt sie. Chronische Erkrankungen könnten im Nutztierbereich erfahrungsgemäß sogar nur mit Homöopathie geheilt werden: Chronische Mastitiden, Saugstörungen bei Kälbern oder Verhaltensstörungen und antibiotikaresistente Fälle werden bei ihr teilweise ausschließlich mit Homöopathie behandelt.

Zum Einsatz kommen nur apothekenpflichtige, für das Tier zugelassene Homöopathika. Im Vergleich zum Einsatz konventioneller Medizin ist die Homöopathie gerade am Anfang etwas aufwändiger“, erklärt Gnadl. Wie oft die Arzneigabe erfolgt, richte sich dabei nach der Erkrankung: Manche akute Behandlungen bedürfen mehrerer Arzneigaben, bei anderen Behandlungen ist eine einmalige Gabe ausreichend.“ Nach mehreren Jahren würden sich die Behandlungen durch die erlangte Gesundheitsstabilität im Bestand jedoch merklich reduzieren: Auswertungen zufolge könne im ersten Jahr eine durchschnittliche Antibiotika-Reduktion von 20 Prozent erfolgen, nach drei Jahren seien es sogar rund 80 Prozent.

Gnadl schildert einen Fall aus der Praxis: Im November hatte ein neugeborenes Kalb Probleme beim Saugen. Es entwickelte eine Hirnrinden-Nekrose, welche nach Konsultation des Tierarztes diagnostiziert und sofort – aber erfolglos – mit einer Antibiose behandelt wurde. Vom Tierarzt wurde schließlich die Euthanasie in Erwägung gezogen. Gnadl behandelte das Kalb jedoch mit dem homöopathischen Mittel Cicuta virosa C200 – dem Wasserschierling – in einer zweimaligen Gabe. Innerhalb weniger Tage sei das Kalb soweit genesen, dass es umherlaufen konnte. „Das Kalb wird derzeit noch weiterbehandelt, die Antibiose hatte als Nebenwirkung verdickte Karpalgelenke ausgelöst.“

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