Helgoland: Apotheker darf Flugzeug chartern

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„Ich jammere auf hohem Niveau“, räumt Apotheker Hase ein, der seit sieben Jahren die Insel-Apotheke betreibt. Denn der Nacht- und Notdienstfonds finanziert den Grundumsatz seiner Apotheke. Sieben Nächte die Woche schiebt Hase Nachtdienst. Aber: „Das ist kein geschenktes Geld“, sagt Hase: „Ich habe 365 Tage Dienst, muss immer das Handy griffbereit haben. Das ist schon eine erhebliche Belastung.“ Nicht mal schwimmen gehen oder „mit meiner Frau kuscheln“ könne er, ohne dass er ein Auge auf sein Handy habe. Und wenn er mal ins Restaurant gehen wolle, müsse er sich bei der Auswahl nach dem Handyempfang richten. „Es gibt eine ganze Menge Einschränkungen“, so Hase. Deutlich schwerer als die permanente Erreichbarkeit fällt dem Apotheker der Verlust von Spontanität: „Ich kann nicht einfach mal für ein paar Tage verreisen oder nur zum Einkaufen aufs Festland fahren.“ Alles müsse gut und langfristig vorbereitet und vor allem ein Vertreter gefunden werden.

Eine Statistik geführt über seine tatsächlichen Einsätze im Nacht- und Notdienst hat Hase nicht – aber eine gefühlte Einschätzung: „In der Mittagszeit werde ich häufig gestört“, berichtet der Apotheker. Und abends zwischen 18 und 20 Uhr. „Dann kommen viele Bewohner von ihrer Arbeit auf See nach Hause und klingeln bei mir“, erzählt Hase, der über der Apotheke wohnt: „Jeder weiß ja, dass ich zu Hause bin.“ Dass er nachts raus müsse, komme eher selten vor. Hase sagt: „Ich habe mich arrangiert mit der ständigen Erreichbarkeit.“

Seinen Umzug auf die Insel hat er nicht bereut: „Überhaupt nicht, ich finde das toll hier. Das Leben ist entspannter, nicht so hektisch.“ Dieser Annehmlichkeit steht die durchgängige Abrufbereitschaft gegenüber. Der nächtliche Notdienst verlangt, zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens in der Apotheke Volldienst zu leisten. Das bedeute „24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr Dienst – und das Handy immer mit unter die Dusche nehmen“, so der Apotheker.

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