Gesundheitskommunikation

Patientenbrief gegen Ärztelatein

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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fördert zudem ein von „Was hab' ich?“ im November 2015 initiiertes Pilotprojekt an einer Klinik in Rheinland-Pfalz. Dabei erhalten Patienten der internistischen Klinik bei der Entlassung eine leicht verständliche Form des Arztbriefs. Diese „Patientenbriefe“ werden teilautomatisiert aus Textbausteinen erstellt, die bestimmte Diagnosen sehr ausführlich erläutern. „Für ärztliche Kollegen wären die Informationen nicht komprimiert genug“, sagt Jonietz. Daher verzichte die Klinik bei der Entlassung nicht auf den Arztbrief.

Die Ärzte der Klinik würden den Brief positiv bewerten, berichtet Jonietz. „Für sie bedeutet er keinen zusätzlichen Arbeitsaufwand, da sie den Patientenbrief nicht selbst schreiben müssen.“ So bliebe den Medizinern weiterhin Zeit, ihren Kernkompetenzen nachzugehen: „Und dazu gehört schließlich nicht das Schreiben von verständlichen Texten“, sagt Jonietz. Das Projekt soll ein Jahr laufen, währenddessen sollen etwa 2500 Briefe erstellt werden.

Mit dem Patientenbrief verfolgt „Was hab' ich?“ sein übergreifendes Ziel im größeren Maßstab: Patienten sollen so informiert sein, dass sie ihrem Arzt weiterführende Fragen stellen können. Jonietz zufolge wollen sich 73 Prozent der Patienten an Behandlungsentscheidungen beteiligen. Doch momentan würden Patienten bis zu 80 Prozent der Informationen aus dem Arztgespräch vergessen. Daher seien – auch für Angehörige – schriftliche Informationen zur Gesundheit wichtig.

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