USA: Kein Patent auf menschliche Gene

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In Deutschland wertete Gentechnik-Experte Christoph Then die Entscheidung am Freitag allerdings nicht als Durchbruch. „Die Hintertür ist sehr groß“, sagte der Geschäftsführer des Vereins Testbiotech, der Genpatente kritisch beleuchtet. Das Verbot gilt nicht für künstlich hergestelltes genetisches Material. Dieses könne jedoch relativ leicht im Labor aus natürlicher DNA gewonnen werden, sagte Then. „Durch diesen patentrechtlichen Trick wird sich wahrscheinlich wenig an der wirtschaftlichen Verwertung menschlicher DNA ändern“, ergänzte er.

Das Europäische Patentamt in München sieht durch das Urteil keinen sofortigen Einfluss auf Regelungen in Europa. Patente auf menschliche Gene seien hier unter genau definierten und eingeschränkten Bedingungen möglich, sagte ein Sprecher. Es gebe eine bewährte gesetzliche Grundlage. Neue Regelungen müssten von EU-Gremien wie der Kommission, der Ratspräsidentschaft oder dem Parlament angestoßen werden.

Auch der deutsche Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) blieb gelassen. „Das Urteil zur Patentierung menschlicher Gene betrifft gentechnisch hergestellte Medikamente nicht“, sagte vfa-Geschäftsführer Dr. Siegfried Throm. Zu deren Herstellung würden zwar oft Gene verwendet, die ein Vorbild in einem menschlichen Gen haben. Aber diese Gene seien gegenüber der Natur planmäßig verändert. „Erst die Erfindung solcher Veränderungen hat die Herstellung der Medikamente möglich gemacht.“

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