Kritik an Aufsicht aus Stuttgart

Gedemütigt bei Revision: Anwalt sucht Opfer

, Uhr aktualisiert am 22.10.2021 13:11 Uhr

Das Regierungspräsidium Stuttgart betont, dass grundsätzlich „Wert auf eine konstruktive, kooperative und von Respekt getragene Durchführung der Besichtigungen“ gelegt werde. „Bei Inspektionen kann es zu unterschiedlichen Auffassungen und Auslegungen gesetzlicher Bestimmungen kommen“, so die Sprecherin. Eventuelle Konflikte würden seitens des Präsidiums jedoch „sachlich und frei von Emotionen ausgetragen“. Dass Dissens mitunter möglich ist, sei klar, sagt ein Pharmazierat aus Baden-Württemberg. Allerdings sei es wichtig, sich mit der Sache „konstruktiv auseinanderzusetzen“.

Der Anwalt war bisher für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Anzeige ist ungewöhnlich, auch wenn Auseinandersetzungen zwischen Inhaber:innen und der Aufsicht durchaus vorkommen. Apotheker aus Baden-Württemberg bestätigen, dass es im Regierungspräsidium „schwierige“ Persönlichkeiten unter den Pharmazierät:innen geben soll. In der Region Stuttgart soll ein Pharmazierat „schon seit Jahrzehnten nach nur bei seinen Revisionen gültigen Gesetzen“ vorgehen, sagt ein anderer.

Echte Eskalationen dürften bei Revisionen selten sein, Beleidigungen müssen die Kontrolleure mitunter aber einstecken. Verschärft sich eine Diskussion zu einem Streit, sollten Pharmazieräte die Debatte nicht zu ernst nehmen, riet Apotheker Christian Bauer, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Pharmazieräte Deutschlands (APD) ist, in einem APOTHEKE ADHOC-Interview. „Man muss sich ein ‚Om‘-Gefühl zulegen.“ Er selbst sei bereits bei Kontrollen beleidig worden. „Dass man persönlich angegangen wird und Ausdrücke fallen, kommt vor.“ Wichtig sei, situationsbedingt zu reagieren. Manchmal landen Auseinandersetzungen auch vor dem Berufsgericht: Die Revision einer Apotheke im Saarland endete letztlich versöhnlich.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Keine Retaxationen und maximale Transparenz
Fahrplan beschlossen: 30.000 E-Rezepte bis Ende März»
Ärzte drohen mit Ausstieg aus Gematik
E-Rezept: KBV rechnet mit Spahn ab»
Gericht sieht Irreführung
Salus: Täuschend echtes Bio-Siegel»
„Zack + da“ ist online
AEP startet Apotheken-Plattform»
Dekra stellte Mängel fest
Masken-Rückruf war begründet»