Die grüne Fee aus der Apotheke

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Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs wurde die Spirituose 1915 in den meisten europäischen Ländern und in den USA verboten. Vordergründig wird dafür ein spektakulärer Mordfall eines Vaters an seiner Familie im Jahr 1905 in der schweizerischen Gemeinde Commugny verantwortlich gemacht. Der Weinbergarbeiter Jean Lanfray hatte im Alkoholrausch, der unter anderem von Absinth herrührte, seine schwangere Frau sowie seine 2- und 4- jährigen Töchter getötet.

Doch im Hintergrund setzten sich sowohl eine aufkommende Abstinenz-Bewegung als auch Wein-Produzenten, die ihre Fälle davon schwimmen sahen, für ein sukzessives Verbot von Absinth ein. Lediglich Spanien und Portugal verwehrten sich letztendlich dem Verbot. Auch England stellte den Verkauf nicht unter Strafe. Erst 1998 wurde Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erlaubt. Allerdings müssen heute bestimme Obergrenzen der Bestandteile strikt eingehalten werden. Für Absinth und Wermutwein gilt eine Thujon-Obergrenze von 35mg/l. In den USA sind es lediglich 10mg/l.

Viele würden Absinth-Trinken nur mit dem „Feuerritual“ verbinden, sagt Rabold. Dabei wird ein Zuckerwürfel mit Absinth beträufelt und angezündet. Sobald der Zucker karamellisiert ist, wird er dem Getränk zugefügt. „Damit verbrennt man aber die Aromen“, warnt er. In der Alten Apotheke wird deshalb auf das französische Trinkritual gesetzt. Stilecht, erklärt der Experte, genieße man Absinth, indem man Eiswasser aus einer „Absinth-Fontäne“, einem vasenförmigen Behältnis, ins Glas tropfen lässt. Dank dem sogenannten Louche-Effekt, bekommt er dabei seine typische Trübung.

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