Unterlassene Hilfeleistung

Traubenzucker: Geldstrafe statt Anklage APOTHEKE ADHOC, 04.01.2014 12:14 Uhr

Berlin - Das Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung gegen den Osnabrücker Apotheker wird möglicherweise eingestellt. Der Pharmazeut soll im vergangenen September einer unterzuckerten Diabetespatientin keinen Traubenzucker gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück will gegen eine Geldbuße von einer Anklage absehen.

Der Staatsanwaltschaft habe bei ihren Ermittlungen eine geringe Schuld des Apothekers festgestellt, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Der Verdacht auf unterlassene Hilfeleistung habe sich grundsätzlich bestätigt. Allerdings halten die Ermittler dem Bericht zufolge eine Gerichtsverhandlung zunächst für unnötig.

Willige der Apotheker allerdings nicht in den Vorschlag ein, werde das Vergehen juristisch weiterverfolgt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Blatt. Angaben zur Höhe der Geldbuße machte die Staatsanwaltschaft nicht. Ob der Apotheker das Angebot annimmt, ist dem Bericht zufolge offen.

Die 15-jährige Patientin soll im vergangenen Herbst schwitzend und zitternd in die Apotheke gekommen sein, ihre Notlage geschildert und den Pharmazeuten um Traubenzucker gebeten haben. Der Apotheker habe keine Proben vorrätig gehabt und dem Mädchen eine Packung für 65 Cent angeboten. Ohne Bezahlung wollte er der Zeitung zufolge kein Produkt abgeben.

APOTHEKE ADHOC Debatte