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Dumpingpreise in der Polenmarkt-Apotheke Torsten Bless, 24.02.2018 09:22 Uhr

Ähnliche Erfahrungen mit Grenzgängern hat Christoph Maskow gesammelt. „Auch mir ist bekannt, dass viele Kunden nach Polen fahren, weil sie die Medikamente für die Hälfte des deutschen Preises bekommen“, erzählt der Besitzer der Forst-Apotheke und der Gingko-Apotheke im etwas weiter westlich gelegenen Eberswalde. Doch seien mit dem Kauf mitunter Risiken und Nebenwirkungen verbunden: „Manche kommen verunsichert zu uns, weil sie die polnischen Aufschriften auf den Medikamentenpackungen nicht deuten können. Auch wenn sie die Arzneimittel nicht bei uns gekauft haben, beraten wir sie natürlich eingehend, das gehört für uns zum Servicegedanken dazu.“

Die Konkurrenz im Osten, aber auch aus dem Internet mache Druck auf die Preise. „In den letzten sechs Jahren haben hier am Ort drei Apotheken geschlossen, zwei von ihnen ließen sich nicht mehr verkaufen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich waren.“ Das sei wiederum ihm zugute gekommen. „Meine Apotheken laufen gut.“

Einen gewichtigen Vorteil haben die deutschen Kollegen gegenüber ihrem polnischen Mitbewerber. Telefonisch direkt erreichbar ist die Apotheke im Polenmarkt nicht, für Bestellungen und Anfragen steht eine E-Mail-Adresse zur Verfügung. Das hat seinen Grund, weiß der Geschäftsführer des Polenmarkts Hohenwutzen. „Noch spricht Herr Sharif nur gebrochen deutsch. Er kann mit seinen Preisen trumpfen, die deutschen Apotheker dafür mit ihrer Beratungskompetenz. So bleibt für jeden etwas übrig.“

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