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DS-GVO: Formularchaos in der Apotheke Anja Alchemilla, 10.06.2018 07:46 Uhr

Berlin - Trotz der neuen DS-GVO Vorschriften ändert sich im Grunde nichts. Die Apotheke ist und bleibt zum Glück der erste Anlaufpunkt bei Fragen rund um das Thema Medikamente. Manchmal kann das sogar Leben retten.

Anja Alchemilla hat es langsam satt, immer und immer wieder die gleichen Worte an ihre Kunden zu richten. Die Änderung der DS-GVO sorgt dafür, dass alle Stammkunden der Filialapotheke ein zusätzliches Formular unterschreiben sollen. Sie müssen sich mit der Speicherung der persönlichen Daten sowie der Medikamente einverstanden erklären.

Außerdem benötigt die Apothekenleitung noch einen zusätzlich unterschriebenen Passus, dass Werbung zugestellt oder sonstwie Kontakt zum Kunden aufgenommen werden darf. Das führt zu Kopfschütteln auf allen Seiten, aber auch zu einem gewissen Zusammengehörigkeitsgefühl. Kunde und Apotheker gemeinsam gegen die Bürokraten der EU – das schadet zumindest nicht dem Verhältnis untereinander und schweißt zusammen. Nicht das verkehrteste in diesen Tagen.

Es kommen jedoch inzwischen schon die ersten Warnungen der Kollegen an. Offenbar gibt es bereits erste Testanrufe von Abmahnkanzleien, die nachprüfen, ob der DS-GVO genüge getan wird. Es wird zum Beispiel versucht, die Medikation der angeblichen Ehefrau zu erfahren. Heute ruft nun Herr Leicht in der Apotheke an, mit einer Frage zu Arzneimitteln seiner Frau. Da Filialleiterin Anja Alchemilla ihre Kolleginnen davor gewarnt hat, am Telefon etwas derartiges zu besprechen, landet der Telefonanruf bei ihr.

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