Die Geschichte eines Blutegels

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Nach drei Wochen konnte das Team die Kundin endlich erreichen. Sie habe den Egel nicht vergessen, nur musste sie aufgrund eines familiären Notfalles in eine andere Stadt verreisen. Sie kümmere sich aber um die Abholung, hieß es. Auch eine weitere Woche später stand der Blutegel immer noch im Abholregal. Das Auffüllen des Wassers gehörte für das Team schon zur festen Routine. Und irgendwie gehörte das Tier nach wochenlangem Apotheken-Aufenthalt zum Inventar. Es entstanden Gefühle der Fürsorge, schon fast mütterlich.

Nina erkundigte sich, was ein Egel eigentlich so braucht: Fressen, trinken, Atmosphäre. „Nicht, dass er uns hier eingeht.“ Und praktischerweise brauchen Blutegel nicht viel zum Glück: Ein paar Steinchen in einem Einwegglas und regelmäßig etwas frisches Wasser. Der einzige Haken: Wie der Name des Tieres verrät, braucht ein Blutegel regelmäßig Blut zum Überleben. Die Kollegen erklärten sich nicht dazu bereit, ihr Blut zu spenden. Da ginge die Liebe zu weit. Eine andere Alternative wäre eine semipermeable Folie, welche auf das Wasser aufgebracht werden kann und mit ein paar Tropfen Schweineblut bedeckt wird. Egel können das Blut riechen und sich dann selbst versorgen. Die Folie war aber beim Großhandel nicht lieferbar. Dennoch eilte das Ganze nicht, da Blutegel bis zu einem halben Jahr ohne Blut bestens auskommen. Über weitere Lösungen der Versorgung wurde nachgedacht.

Dem Egel wurde also ein kleines Paradies eingerichtet und er durfte schließlich umziehen: Er hat sich direkt wohl gefühlt und ist umher geschwommen. Er wirkte fröhlich, soweit man die Körpersprache eines Blutegels als fröhlich deuten kann. Mit der Errichtung der Blutegelfestung musste auch ein Name her: Der kleine Vampir des Gewässers wurde auf den Namen Egelbert getauft. Die Adoption war perfekt und somit wurde er zum neuen Apotheken-Maskottchen.

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