Abnehmpräparate

Diätpillen aus dem Netz: Tödliche Gefahr Deniz Cicek-Görkem, 25.10.2017 18:09 Uhr

Um dem nachzugehen, wurde versucht, die Hersteller zu kontaktieren. Allerdings blieb eine Antwort aus: „Auf ihren Homepages geben sie nicht mal Postadressen an“, heißt es im Beitrag. Auch eine Online-Anfrage brachte keine Rückmeldung. Zum Produkt „Lida“ finden sie zwar eine Berliner Anschrift, doch unter der Adresse gebe es weder eine Firma noch einen Briefkasten mit dem Namen. „Kriminelle reagieren schnell, verändern Firmennamen, Orte, Webadressen.“

„Arzneimittel sind das neue Kokain“, kommentiert Professor Dr. Arndt Sinn, Strafrechtler an der Universität Osnabrück. „Sie können mit gefälschten Arzneimitteln mehr Profit erwirtschaften bei niedrigerem Verfolgungsdruck und bei niedriger zu erwartenden Strafen als auf dem Drogenmarkt.“ Um die Kriminalität in diesem Bereich zu stoppen, brauche es spezialisierte Staatsanwaltschaften und bessere Zusammenarbeit der Behörden auf nationaler wie internationaler Ebene.

„Die Strafverfolgung ist quasi unmöglich, weil diese Anbieter in allen Ländern der Welt arbeiten und von da aus verkaufen sowie deutschsprachige Internetseiten haben“, sagt Dr. Wolfgang Becker-Büser, Herausgeber und Chefredakteur des arznei-telegramms. Vor allem wisse keiner, was in den Pillen stecke. „Die Menschen, die geschädigt worden sind, haben im Fall einer Schädigung keine Chance, die Anbieter zu belangen“, sagt er dem Magazin.

In der Sendung kommt auch eine Mutter zu Wort, die ihren 18-Jährigen Sohn an den Folgen der DNP-Pillen verloren hat. Sie appeliert an alle, diese als Schlankmacher beworbenen Mittel nicht einzunehmen. „Wir finden es unglaublich, dass mit wenigen Klicks DNP im Internet erhältlich ist“, sagt sie. „Wie kann etwas, dass für Menschen ungeeignet ist, als Tabletten verkauft werden, ohne dass das bestraft wird?“

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