Covid-19 und Ruhr-60: Ein Oberpharmazierat erinnert sich

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Apropos Klopapier damals, heute, hier.

Man hatte vor und nach 1945 mehrere Jahre nur Zeitungspapier. In ordentlichen Haushalten wurde es zuvor quadratisch (Scherenschnitt) portioniert und auf einen ähnlich einem Fleischerhaken gebogenen Draht gespießt. Vor Gebrauch musste geknüllt werden, eine wichtige Maßnahme zur Abschmiereffektivitätsgarantie. Beim Barras (Militär) gab es ebenfalls kein Toilettenpapier. Auch der General, einst neben mir auf dem Donnerbalken (googeln lohnt sich), hatte keine Rolle dabei.

Zu DDR-Zeiten war es auch nicht gerade im Angebot. Es gibt ein Foto, das meine Tochter Rita triumphierend ein ganzes Paket schwenkend zeigt – Urlaubsmitbringsel aus der CSSR, ansonsten aber wohl auch dort wie in allen sozialistischen Ländern Mangelware. Köstlich: Vor einer öffentlichen Toilette an bulgarischem Strande wachte eine gewichtige Dame. Wer als Bedürftiger Einlass begehrte, bekam drei Blatt spendiert. Wer perspektivisch den Eigenbedarf höher einschätzte, musste ganz brav „Bitte, Bitte“ sagen.

Addendum politicum

Die Ruhrepidemie um 1960 herum zur Zeit des Kalten Krieges wurde unter anderem auf schlechte Butter aus der Sowjetunion zurückgeführt. Das war Futter für die Propaganda. Der Spiegel verkündete, der Mangel an Vitamintabletten habe die Widerstandsfähigkeit der Schwestern und Brüder in der Zone gemindert. Nun ja.

 

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