Abrechnungsbetrug

Chefarzt darf Approbation behalten

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Kuck hatte Unterstützung von vielen Kollegen bekommen, die den Widerruf der Approbation für nicht angebracht hielten. So sagte zum Beispiel Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, dem Hamburger Abendblatt, dass die Delegiertenversammlung einhellig der Meinung sei, dass mit ihrem Kollegen unwürdig umgegangen werde. „Er hat seinen Fehler zugegeben, kein Patient war gefährdet, das Geld wurde zurückgezahlt. Ich frage mich, ob der Umgang der Behörde mit Kuck angemessen ist.“

In einem Brief an Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) klagten Top-Ärzte von Asklepios, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und weiteren Kliniken, dass man „so mit einem herausragenden Mediziner“ nicht umgehen könne. Bei Kuck handle es sich um einen führenden Herzexperten weltweit. Er habe einen Fehler gemacht, den man nicht bagatellisieren wolle, der zugleich aber in keinen Verhältnis zur angedrohten Strafe stehe.

Die beanstandeten Abrechnungen sollen Vordrucke der Klinik gewesen sein, die Kuck quartalsweise unterzeichnet hatte. Dass er die Behandlung der Betroffenen überhaupt an andere Ärzte delegiert habe, sei in der Regel nur deshalb geschehen, weil er als Chefarzt bei Notfalloperationen gebraucht worden sei, hieß es. „Man kann den wartenden Patienten dann ja nicht sagen, sie sollten fünf Stunden warten, bis Herr Kuck wieder verfügbar ist“, sagte ein Vertrauter. „Es ist niemand zu Schaden gekommen, und Herr Kuck hat sich nicht bereichert.“

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