Cannabis: Nachfrage höher als erwartet

, , Uhr aktualisiert am 11.01.2018 12:44 Uhr

Wie viele Patienten von Cannabis auf Kassenkosten Gebrauch machen würden, hielt der Gesetzentwurf ausdrücklich offen. Es lasse sich nicht abschätzen, „in welchem Umfang Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten von einer Verschreibungsmöglichkeit für Cannabisblüten und Cannabisextrakte Gebrauch machen werden“, hieß es. Der Entwurf führte lediglich an, dass Anfang April 2016 bereits 647 Patienten eine betäubungsmittelrechtliche Ausnahmeerlaubnis hatten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bewertete die Zahl der Anträge positiv. „Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Cannabis sei aber kein Allheilmittel.

Wenn der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) für die Begutachtung der Anträge herangezogen wird, hat die Krankenkasse fünf Wochen Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Bei anderen Fällen ist die Dauer auf drei Wochen begrenzt. Lediglich bei palliativmedizinisch versorgten Patienten muss die Versicherung innerhalb von drei Tagen eine Aussage treffen. Bei der Barmer bewertete der MDK im der genannten Zeitraum etwa zwei Drittel der Anträge.

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