Die Geschichte des Dr. Schäfer

Alternative Krebstherapie: Apothekerin lieferte Zyto APOTHEKE ADHOC, 01.08.2019 15:24 Uhr

Das System läuft so gut, dass sie die Zusammenarbeit bald auf eine neue Stufe heben wollen. 2016 will Schäfer eine eigene Krebsklinik gründen. Der Sohn des Installateurs, der Schäfer bei der Recherche geholfen hat, eröffnet bereits einen Onlineshop, in dem er Stoffe vertreibt, die für die Therapie gebraucht werden: Vitamin C, Curcuma, Natrium Ascorbat, Luteolin und so weiter. Die echten Arzneimittel, inklusive Zytostatika, besorgt die befreundete Apothekerin. „So wird aus einer kleinen Idee ein Wahnsystem, das wächst und wächst, aber auf falschen Prämissen beruht. Rainer Schäfer hat ein solches System erschaffen“, so die Zeit-Autoren.

Schäfer glaubt seine Therapie zu der Zeit kurz vor dem Durchbruch und wirbt bereits um die Unterstützung krebskranker Prominenter, denen er seine Therapie anbietet, von Wolfgang Bosbach über Michael Douglas bis Robert De Niro – falls die überhaupt antworten, lehnen sie freundlich ab. Doch dann kommt der große Zusammenbruch: der Tod seines Patienten Kröpelin. Zwei Tage nach der Tragödie zeigen dessen Hinterbliebenen Schäfer an, die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt wegen fahrlässiger Tötung gegen ihn. Die Polizei durchsucht Schäfers Ferienwohnung, holt den Arzt aus einer laufenden Operation heraus. Der Tod habe ihn sehr mitgenommen, berichten Bekannte und Verwandte im Nachhinein, doch Schäfer weist die Schuld von sich. Es habe sich um einen allergischen Schock gehandelt, selbst in einem Krankenhaus hätte man das nicht ausschließen können. Mehrere Monate später bestätigt das auch der Obduktionsbericht. Die Rechtsmediziner kommen zu dem Schluss, dass es sich um einen allergischen Schock handelte und dass unter anderem eine nicht diagnostizierte Herzerkrankung in Kombination mit den Medikamenten todesursächlich gewesen sei.

Doch von dieser Bestätigung erfährt Schäfer nichts mehr. Fünf Tage nach Kröpelins Tod findet eine Putzkraft den Arzt in einem Offenburger Hotel. Er hat sich mit einem Narkosemittel das Leben genommen. Am selben Tag erhält Kröpelins Witwe einen Brief: Er bitte sie um Verzeihung, heißt es da von Schäfer. Er habe ihrem Mann nichts Böses gewollt und er bitte sie, ihm das zu glauben. „Für mich gibt es nur eine Lösung“, zitiert Die Zeit aus dem Schreiben. „Ich werde Ihrem Mann folgen. Dr. Schäfer“

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