Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“ Alexandra Negt, 15.05.2020 14:56 Uhr

Bei der Taxierung von Extrakten können Apotheken, im Gegensatz zu Blüten, mit dem tatsächlichen Einkaufspreis rechnen. Das heißt, wird ein Extrakt für 7 Euro pro Milliliter eingekauft, so kann dieser Preis auch für die Berechnung herangezogen werden. Für die weiteren Zuschläge wird dann mit dem Betrag von 4,85 Euro pro Milliliter bis zu einem Maximalbetrag von 80 Euro gerechnet. Bei dem theoretischen Einkaufspreis von 7 Euro ist bei rund 11 Millilitern die Obergrenze von 80 Euro erreicht. Die noch fehlende Volumenmenge wird dann mit 8,4 Prozent des Einkaufspreises pro Milliliter berechnet – nicht mit 4,85 Euro. „Die Apotheken können bei Extrakten also mit ihrem wirklichen Einkaufspreis kalkulieren. Das ist ein Vorteil gegenüber den Blüten.“

Cannabis als Handwerk: Qualität hat ihren Preis

Mielcarek weiß, dass seine Firma nicht alle Blüten zu dem abrechnungsfähigen Preis von 9,52 Euro pro Gramm anbietet und teilweise auch nicht anbieten kann. „Der Preis hat auch immer etwas mit Qualität zu tun. Bei unserer Blüte mit einem THC-Gehalt von 25 Prozent können wir diesen Preis nicht mitgehen. Die Blüte ist in ihrem THC-Gehalt einzigartig auf dem deutschen Markt“, erklärt er. Um am Ende so hohe Gehaltswerte erreichen zu können, müsse man viel Arbeit in Anbau und Qualitätssicherung stecken. „Eine Preisspirale nach unten kann weder im Interesse des Kunden noch im Interesse der Krankenkassen sein, wenn man näher über die Thematik nachdenkt.“ Mielcarek verweist damit auf die Gefahr einer „Dumpingspirale“, bei der schlussendlich die medizinische Versorgung des Patienten leidet.

Tilray ist der Meinung, dass Cannabis ein ganz besonderes Rezepturarzneimittel ist. Zum einen unterliegt es der BtM-Pflicht, zum anderen ist die Versorgung von Patienten mit Medizinalhanf noch relativ jung. „Wir sind der Meinung, dass für die Cannabis-Versorgung insbesondere zu Beginn der Therapie pharmazeutische Kompetenz benötigt wird. Wir plädieren dafür, die Taxierung so zu gestalten, dass die Cannabisblüten und -Extrakte weiterhin als Rezeptursubstanzen angeboten werden können.“ Um den besonderen Anforderungen, wie der patientenindividuellen Beratung und Herstellung oder der Identitätsprüfung, Rechnung zu tragen, sei es wichtig, das Feld der Cannabis-Versorgung in den Apotheken rentabel zu halten. „Unser Unternehmen möchte weiterhin sinnvoll mit den Apotheken zusammenarbeiten. Hierzu gehört auch ein Preis, mit dem Apotheken wirtschaften können. Dennoch muss allen Beteiligten klar sein, dass Qualität immer etwas mit dem Preis zu tun hat – auf allen Ebenen, nicht nur beim Händler.“

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