Grüne Brise: Plattform für Cannabis-Apotheken | APOTHEKE ADHOC
Marktplatz eröffnet

Grüne Brise: Plattform für Cannabis-Apotheken

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Berlin -

Cannabis-Apotheken einfach online finden? Diesen Service will „Grüne Brise“ für Patient:innen anbieten. Mitmachen dürfen dabei nur ausgewählte Apotheken, die einige Anforderungen erfüllen müssen.

Am vergangenen Mittwoch fiel der Startschuss für den Cannabis-Apotheken-Marktplatz Grüne Brise. Vorab war eine Testphase mit zwei Apotheken abgeschlossen worden. „Von einer flächendeckenden Versorgung von Patienten mit medizinischem Cannabis sind wir in Deutschland aktuell noch meilenweit entfernt“, so Janett Dalka, CEO von Breezy Brands, unter deren Dach neben der Lifestyle-Cannabis-Marke Breezy nun auch Grüne Brise geführt wird. Es gebe nur wenige spezialisierte Cannabis-Apotheken. Der Marktplatz soll daher eine Anlaufstelle sein, bei der man sein Rezept einlösen kann, so Dalka.

Für Apotheken liege der Service von Grüne Brise neben der Präsenz und der zur Verfügung gestellten IT-Infrastruktur auf der Plattform darin, dass vorab alle nicht pharmazeutischen Anfragen bearbeitet werden. Pharmazeutisches Personal beschäftigt der Marktplatz nicht, denn pharmazeutische und nicht pharmazeutische Tätigkeiten seien strikt getrennt: „Die Kontrolle und Belieferung der Rezepte erfolgt ausschließlich über die ausgewählten Apotheken“, so Dalka.

Viele Apotheken nicht geeignet

Um an der Plattform teilnehmen zu können, müssen sich die interessierten Apotheken an Grüne Brise wenden. Es wird eine Art Bewerbungsverfahren durchlaufen. „Aber viele fallen durch das Raster“, so die Geschäftsführerin. In dem Verfahren gehe es um eine Kontrolle, ob den Prozessen der Cannabis-Rezeptbearbeitung auch in großem Maßstab standgehalten werden kann: Neben einer guten Ausstattung zur Prüfung der Ausgangsstoffe, ausreichend Personal und den logistischen Voraussetzungen, sei vor allem die Erfahrung in der Patient:innenversorgung mit medizinischem Cannabis wichtig.

Aktuell gilt das Angebot nur für Privatpatient:innen, im Laufe des nächsten Jahres soll es aber auch auf GKV-Versicherte ausgeweitet werden. Es ist notwendig, ein Kundenkonto anzulegen und vorab einen Scan vom Rezept zu übermitteln, um Zugriff auf die Informationen über Preise und Lagerbestände zu erhalten. Auch die Bezahlung erfolgt online. Losgeschickt wird das Paket aber erst, wenn das Originalrezept in der ausgewählten Apotheke vorliegt. Die Auslieferung erfolgt dann innerhalb von 72 Stunden mit DHL. Entgegennehmen müssen Patient:innen die Ware persönlich und unter Vorlage eines Ausweisdokumentes.

Patient:innen wählen Apotheke aus

Bei dem Modell solcher Marktplätze steht die Frage nach dem Zuweisungsverbot schnell im Raum. Laut Apothekengesetz dürfen Apotheken „mit Dritten keine Rechtsgeschäfte vornehmen oder Absprachen treffen, die eine bevorzugte Lieferung bestimmter Arzneimittel, die Zuführung von Patienten, die Zuweisung von Verschreibungen oder die Fertigung von Arzneimitteln ohne volle Angabe der Zusammensetzung zum Gegenstand haben“.

Einen Verstoß gegen dieses Verbot sieht Niklas Kouparanis, Co-Founder und CEO der Bloomwell Group, zu der Breezy Brands gehört, in dem Konzept von Grüne Brise nicht: „Der Patient kann ja aus mehreren Apotheken auswählen, ihm ist auch die Nutzung des Marktplatzes selbst überlassen“.

Dass es für die „genannten Dritten unzulässig ist, Verschreibungen […] zu sammeln, an Apotheken zu vermitteln oder weiterzuleiten und dafür für sich oder andere einen Vorteil zu fordern, sich einen Vorteil versprechen zu lassen, anzunehmen oder zu gewähren“, davon sieht sich das Unternehmen auch nicht betroffen. „Wir sehen uns als Plattform“, sagt Kouparanis. "Das Modell wurde von spezialisierten Anwälten geprüft."

Das Heilmittelwerbegesetz schließt die Werbung für medizinisches Cannabis aus, aber Dalka fühlt sich auf der sicheren Seite: „Unsere Kommunikation läuft rein über Service, nicht produktbezogen“, außerdem spreche sich das Angebot in der Cannabis-Community herum.

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