An der Börse dürfte diese Sichtweise überzeugen: Mit 429 Millionen Euro hat DocMorris nach neun Monaten bereits den Jahresumsatz des vergangenen Jahres knapp erreicht. Die halbe Milliarde dürfte locker drin sein, was der gesamten Gruppe helfen könnte, die Marke von einer Milliarde Schweizer Franken zu nehmen.

Für bis zu 170 Millionen Euro übernimmt Zur Rose gerade Medpex, die Nummer 3 am Markt. Zuvor hatten die Schweizer das Versandgeschäft von Apo-Rot mit Sitz in Hamburg gekauft; ab November sollen die Pakete nicht mehr von Hamburg, sondern von Heerlen aus verschickt werden. Davor ging für 18 Millionen Euro die ehemalige Schlecker-Tochter Vitalsana an Zur Rose; bei einem Umsatz von 30 Millionen Euro im Jahr 2016 ergibt sich damit ein Multiple von 0,61. Für Eurapon zahlte Zur Rose sogar 47 Millionen Euro, das sind fast 90 Prozent des Umsatzes von 52 Millionen Euro im Jahr 2016.

Vor der jüngsten Übernahme hatte Zur Rose die Kriegskasse gefüllt: 115 Millionen Franken wurden über eine Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren und einem Zinssatz von 2,5 Prozent eingesammelt, den Rest soll jetzt eine Kapitalerhöhung bringen. Nun ist der Konkurrent Shop-Apotheke am Zug: Über eine Wandelanleihe hatte der börsennotierte Versender aus dem niederländischen Venlo 100 Millionen Euro eingesammelt, um einen Zukauf in Deutschland stemmen zu können. Seit der Übernahme von Nu3 und einem Mailing seitens der mittlerweile vom Netz gegangenen EU-Versandapotheke hat es jedoch keinen Zukauf mehr gegeben – und allmählich gehen die Kandidaten aus. Die nächstgrößeren Versender sind Medikamente-per-Klick, Apotal und Apo-Discounter.

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