Zur Rose macht in Hamburg dicht

, Uhr aktualisiert am 21.08.2019 10:20 Uhr

Bei der Übernahme des Versandgeschäfts von Apo-Rot klang das noch anders: Die damalige Chefin Birgit Dumke hatte im Mai 2018 gegenüber APOTHEKE ADHOC erklärt: „DocMorris ist interessiert daran, das erprobte Team zu übernehmen. 80 Mitarbeiter aus Marketing, Service und Verwaltung können in eine neue Gesellschaft mit Sitz in Hamburg wechseln. Das sind fast alle Mitarbeiter, die bei uns in diesem Bereich tätig sind.“ Schon damals war dagegen klar, dass die Logistik komplett aus Hamburg abgezogen wird. Etwa die Hälfte der 370 Mitarbeiter in diesem Bereich sollten Jobangebote im niederländischen Heerlen oder in Bremen erhalten.

CEO Walter Oberhänsli hatte bereits angekündigt, das operative Geschäft in Heerlen bündeln und die Markenwelt von Zur Rose übersichtlicher machen zu wollen. Zur Gruppe gehören derzeit neben Apo-Rot noch DocMorris, Eurapon, Medpex, Vitalsana und Zur Rose. Eurapon und Medpex gehören noch den jeweiligen Apotheken; Zur Rose tritt hier formal nur als Logistikdienstleister auf. Die Konstruktion war 2004 in Halle eingeführt worden, weil Zur Rose aus der Schweiz heraus keine Medikamente nach Deutschland verschicken darf. Das Bundesverwaltungsgericht hatte die Klage eines Apothekers gegen das Modell abgewiesen, der Vertrag war aber später nachgebessert worden.

Zur Rose erzielte im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben inklusive Medpex insgesamt Verkaufserlöse von rund 772 Millionen Schweizer Franken, ein Plus von 28 Prozent. Tatsächlich fällt der Zuwachs deutlich geringer aus, da das Herauslösen des Versandgeschäfts immer noch nicht abgeschlossen ist und immer noch keine entsprechenden Umsätze konsolidiert werden können. So liegt der Umsatz tatsächlich 668 Millionen Franken und das Wachstum damit nur bei knapp 11 Prozent.

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