Zur Plattform verpflichtet

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Wasser auf die Mühlen der Versandkritiker: 88 Prozent der „selektiven Apothekenkunden“ bestellen bei Versendern häufig Medikamente, bei denen sie keine Beratung benötigen und gehen im anderen Fall in eine Vor-Ort-Apotheke. Als Vorteile der Versender werden angegeben: günstige Preise, bequeme Bestellung auch außerhalb der Öffnungszeiten, eine große Auswahl sowie schnelle und bequeme Lieferung. Auf der Schattenseite stehen die fehlende persönliche Beratung, das umständliche Einreichen von Rezepten, die Verzögerungen bei der Lieferung, Angst vor Arzneimittelfälschungen und Bedenken wegen der Temperaturen beim Transport.

Doch auch die Apotheke vor Ort hat laut Umfrage eine erhebliche Schwachstelle: 88 Prozent geben an, dass das Arzneimittel nach Einreichen des Rezepts häufig erst noch bestellt werden müsse. Sie fänden es deshalb gut, wenn man online vorbestellen könnte, um die Medikamente später in der Apotheke abzuholen oder sich vom Botendienst bringen zu lassen. Genau auf diesen Service zielen die Plattformen ab. Als Top-Argument für die Online-Vorbestellung bei einer Vor-Ort-Apotheke ist laut Umfrage die Sicherheit, dass das Medikament dann auch wirklich da ist. Das Hauptargument dagegen ist übrigens die hohe Verfügbarkeit von Apotheken in unmittelbarer Nähe.

80 Prozent der Kunden, die heute auch online bestellen würden laut Umfrage Medikamente bei Vor-Ort- Apotheken bestellen, wenn sie ein digitales Rezept direkt übermitteln könnten. Und 75 Prozent dieser Kundengruppe würden bei der eine Onlinebestellung bei Vor-Ort- Apotheken reinen Arzneimittelversendern vorziehen, wenn sie die Wahl hätten. In der Gruppe der treuen Vor-Ort-Kunden sind es sogar 93 Prozent. Das klingt nach einem starken Argument für die Plattform, wobei die Bedeutung eines Preisvergleichs in der Umfrage nicht erfasst wurde.

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