Tablettenpresse in der Offizin

„Wir werden die gesamte Apothekenbranche umkrempeln“ Tobias Lau, 13.08.2019 09:07 Uhr

Statt nur Arzneimittel mit vorherbestimmten Wirkstoffstärken zu produzieren und vertreiben, würden dann Behältnisse mit den Wirkstoffen an die Apotheken oder Großhändler versendet – in gesicherten Behältnissen samt Tracking-Modul. Das könne sich für Hersteller durchaus lohnen, beispielsweise durch Einsparungen in der Produktion. Um Privmed zu bewerben, will Krause auf das Netzwerk zurückgreifen, das er durch KG-Pharma bereits aufgebaut hat. „Fast alle großen Pharmafirmen sind bereits unsere Kunden“, erklärt er. „Die meisten warten jetzt erst mal auf den Prototypen, um dann zu schauen, wie sie ihn einbinden können.“

Seine Vorstellung ist, dass die in den Apotheken abgegebenen Arzneimittel dann „übergeordnet regional“ produziert werden: Mehrere Apotheken oder eine Apothekenkooperation haben dann Herstellbetriebe für die örtlichen Apotheken, in denen die Bestellungen produziert werden. Größere Apotheken könnten sich demnach auch eine eigene Privmed-Maschine leisten. Die werde voraussichtlich 30.000 bis 35.000 Euro kosten. „Das ist eine lachhafte Summe“, sagt Krause. „Schon die kleinste Rotationsmaschine kostet 150.000 Euro.“ Außerdem könnten die Apotheken demnach nur profitieren: „Sie haben dadurch einen völlig neuen Zugang zum Patienten.“ Das gelte auch mit Blick auf das Marketing. So sei es problemlos möglich, beispielsweise das Logo der jeweiligen Apotheke auf die Tabletten zu drucken. Welche Kostensteigerung Patienten durch die individuelle Herstellung zu erwarten hätten, sei hingegen noch nicht absehbar.

Anfang des Jahres schaffte Privmed es bereits auf die Shortlist für die VISION.A Awards. Auch das BMWi sieht Potential in Krauses Firma. Bereits vergangenes Jahr erhielt Privmed den Zuschlag für einen sogenannten Innovationsgutschein. „Eigentlich haben wir bisher immer alles aus privaten Mitteln finanziert“, erklärt er. Er allein habe in den letzten fünf Jahren 250.000 Euro eigenes Geld in die Entwicklung seines Produkts gesteckt. Von einer Bewerbung beim BMWi habe er deshalb anfangs nicht viel erwartet. „Doch dann kam sogar eine Staatssekretärin aus dem Ministerium, um sich unser Konzept anzuschauen.“ Es schien ihr auch überzeugend: Am Ende steht die Summe von 50.000 Euro, für die sich Privmed externe Beratungsleistungen einkaufen kann.

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