Versandapotheken

Wie DocMorris einen Apotheker reich machte Patrick Hollstein, 26.03.2018 15:26 Uhr

Bei Zur Rose hofft man, dass die Digitalisierung die Entwicklung beschleunigt: „Wir gehen davon aus, dass im deutschen Gesundheitssystem E-Health Anwendungen, Plattformlösungen sowie ein digitales Medikationsmanagement künftig eine zentrale Rolle spielen werden“, so Heinrich. „DocMorris entwickelt sich daher Schritt für Schritt vom Arzneimittelhändler zum digitalen Gesundheitsberater.“

Doch auch den Schweizer Markt will Oberhänsli auf den Kopf stellen: „Wir leben in einem Markt, in dem kein Preiswettbewerb stattfindet, weil die Apothekenketten dem Großhandel gehören. Einer Kannibalisierung wirkt man entgegen, indem man das Niveau der Preise möglichst auf einem Höchststand hält. Unsere Initiative, über den stationären Handel das Angebot für den Konsumenten zu vergrößern, ist ein Erfolg versprechender Weg, zumal wir mit relevanten Rabatten operieren – faktisch als einzige in der Schweiz. Wir sehen in unserer Strategie viel disruptives Potenzial, den Schweizer Markt zu verändern.“

Opfer der Entwicklung sind derzeit rund 40 Mitarbeiter von Zur Rose in Halle/Saale. Weil die Logistik zur Jahresmitte am Standort aufgegeben wird, fallen ihre Stellen weg. 90 Köpfe sollen bleiben, denn vor Ort soll ein Servicecenter für die gesamte Gruppe aufgebaut werden. Die Mitarbeiter von Eurapon in Bremen bekommen noch Zeit: Erst „mittelfristig“ soll das Versandgeschäft in Heerlen abgewickelt werden. Vorerst braucht Zur Rose die erst 2014 bezogene Halle mit immerhin 4500 Quadratmetern noch. Denn der ebenfalls 2014 eingeweihte Neubau von DocMorris mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche ist zwar auf bis zu 30.000 Pakete am Tag angelegt. Doch nach wie vor werden viele Prozesse händisch erledigt, die Skalierbarkeit stößt damit an Grenzen. So brauchen die Schweizer Unternehmer mit ihren saudischen und amerikanischen Investoren für ihre niederländische Versandapotheke einstweilen einen deutschen Partner – Zweifel, dass die Wachstumsstory durch Apothekenrecht aufgehalten werden könnte, gibt es nicht.

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