Sildenafil in „Sultan’s Paste“

Warnung und Rückruf: Keine Reaktion bei Amazon und Ebay APOTHEKE ADHOC, 21.09.2019 08:09 Uhr

In der Zusammensetzung ähnelt die „Sultan’s Paste“ damit sehr der sogenannten Mesir-Paste: Dabei handelt es sich um eine Zubereitung aus 41 verschiedenen Gewürzen und Heilpflanzen mit Honig, der gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Unter anderem soll sie die Konzentrationsfähigkeit erhöhen sowie gegen Atemprobleme, Rheuma, Kopf-, Rücken- und Lendenschmerzen helfen. Sie wird traditionell im Frühjahr zubereitet und soll auf Sultan Selim I. zurückgehen, der damit im 16. Jahrhundert seine kranke Frau behandelt haben soll – daher wohl auch der Name „Sultan's Paste“. Weder damals noch heute enthielt die Paste aber Sildenafil.

Auf der Verpackung ist bereits angedeutet, dass die Paste nicht ganz ungefährlich ist. So wird gewarnt, dass schwangere und stillende Frauen die Paste nicht einnehmen sollen. Auch für Herzkranke, Diabetiker und Patienten mit Bluthochdruck sei sie nicht geeignet. Vor der Anwendung solle man seinen Arzt oder Apotheker fragen. Allerdings wird explizit erwähnt, dass es sich nicht um ein Medikament, sondern ein Nahrungsergänzungsmittel handele.

Trotz des Rückrufs und der Warnung war die dubiose Paste am Freitagabend jedoch weiterhin erhältlich: Amazon und Ebay haben sie weiterhin verkauft. Bei Amazon ist eine 230-Gramm-Packung für 33,89 Euro erhältlich. Eine Dreierpackung kann für 99 Euro über den Amazon Market Place beim Händler „Orientworld-Lebensmittel“ gekauft werden. Bei Ebay ist der Preis etwas höher: Hier kostet das 230-Gramm-Glas 39,99 Euro.

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