Warentest: Besser nicht der Smartwatch vertrauen

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Ohnehin scheint das Tragen der Xlyne-Uhr nicht unbedingt gesundheitsfördernd zu sein: In ihrem Armband fanden die Tester Schadstoffe. Gesucht hatten sie unter anderem nach polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), Phthalaten, Bisphenol A und Nickel. Sie wurden bei drei Modellen fündig: der Samsung Galaxy Watch, der Swisstone SW 700 Pro und der Xlyne Joli XW pro. Bei allen habe das Armband große Mengen Bisphenol A enthalten, das den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Eine akute Gesundheitsgefahr gehe von den gefundenen Mengen jedoch nicht aus.

Stiftung Warentest hat aber nicht nur danach gefragt, wie genau die Gesundheitsdaten erhoben werden, sondern auch wie sicher sie auf den jeweiligen Modellen sind. Auch da fiel die Bilanz durchwachsen aus. Zwar hätten sie nirgendwo feststellen können, dass Vitaldaten ungefragt weitergegeben werden, dafür aber einige andere Probleme gefunden. So fragen Smartwatches beim Einrichten eines Nutzerkontos und bei der Kopplung mit dem Smartphone oft persönliche Angaben wie Name oder Telefonnummer ab, die für die reine Funktion eigentlich unnötig sind, oder sendeten vom Nutzer unbemerkt Angaben, mit denen Smartwatch oder Smartphone eindeutig identifiziert werden können.

Insgesamt haben laut Stiftung Warentest neun der 13 Datenschutzerklärungen „sehr deutliche Mängel“. Außerdem räumen sich die sechs Anbieter Apple, Emporio Armani, Fitbit, Huawei, Samsung und Withings das Recht ein, personenbezogene Daten der Nutzer zu speichern und an Dritte weiterzugeben. Es bleibe aber unklar, ob sich das auch auf die Fitnessdaten bezieht. Auch in der Kategorie sticht die Xlyne-Smartwatch negativ heraus: Nicht nur ist ihre Datenschutzerklärung laut Warentest „unverständlich“. Die Uhr lässt sich darüber hinaus einfach auch mit einem fremden Smartphone verbinden und überträgt dabei unverschlüsselt die als Nutzername genutzte E-Mail-Adresse des Anwenders. Auch das Nutzerpasswort sei bei ihr nicht in guten Händen: Xlyne benutze zu dessen Sicherung nämlich ein bereits seit 1996 als unsicher geltendes System.

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