Klage gegen Amazon-Apotheker: Das sind die Gründe

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Dennoch erfolge im Auftrag des Apothekers eine Speicherung von Adressen, Zahlungsdaten des Bestellers und des Namens des Medikaments, welches wiederum Rückschlüsse auf das Krankheitsbild des Bestellers zulasse. „Diese bei einer Amazon-Bestellung immanente Möglichkeit, dass die Daten des Bestellers mit den Daten seiner Bestellung verknüpft werden und von Amazon an Dritte weitergegeben werden, ist in der Datenschutzerklärung von Amazon explizit vorgesehen.“ Amazon gebe nach eigenen Angaben diese Kundendaten weiter.

Besonders fatal sei, wenn eine Arzneimittelbestellung gar nicht für eigene Zwecke erfolge, sondern wenn beispielsweise mit dem eigenen Amazon-Account ein Arzneimittel für ein anderes Familienmitglied bestellt werde. Amazon unterscheide hier nicht, sondern ordne alles dem Käufer zu. Die Folge sei, dass der Besteller – obwohl er das Arzneimittel selbst gar nicht nutze – von Amazon als Nutzer dieses Arzneimittels registriert werde: „Für den Betroffenen kann dies aufgrund der von Amazon vorbehaltenen Datenweitergabe an Dritte sehr negative Folgen haben“, so die Klageschrift.

Auch beim aktuellen Kauf von apothekenpflichtigen Medikamenten über Amazon würden die Kunden von Amazon nicht gesondert dazu aufgefordert, eine Einwilligung zur Speicherung, Weiterverarbeitung und Nutzung dieser speziellen personenbezogenen Daten abzugeben. Bei der Eröffnung eines Kundenkontos bei „Amazon“ werde ein Neukunde heute nicht gefragt, ob die Speicherung seiner Daten durch Amazon oder für einen Apotheker, der sich als Händler registriert habe, erfolgen dürfe.

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