Ver.di: Amazon verheimlicht Covid-Ausbruch

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Die Zustände in Koblenz wiederum stehen schon seit Wochen in der Kritik: Bereits Anfang November wurde berichtet, dass wegen einer Quarantäne-Maßnahme die gesamte Nachtschicht ausfallen musste. Rund 1600 Menschen arbeiten dort normalerweise, momentan seien es wegen des Weihnachtsgeschäfts aber rund 2500. Die Quarantäne der Nachtschicht habe Amazon in Kooperation mit dem dortigen Gesundheitsamt als „extreme Vorsichtsmaßnahme“ beschlossen, nachdem die Infiziertenzahlen im Gebäude nach oben schnellten, berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung. „Amazon zeigt sich sehr kooperativ. Wir sind auf einem guten gemeinsamen Weg, um die Infektionsketten zu unterbrechen“, wird dabei ein Sprecher des Gesundheitsamtes zitiert.

Ver.di hat Amazon seit Beginn der Covid-19-Pandemie immer wieder unzureichenden Schutz seiner Mitarbeiter vor dem Virus vorgeworfen. Bereits im April forderte die Gewerkschaft die Schließung des Zentrums Winsen südlich von Hamburg, nachdem sich dort 68 der rund 1800 Mitarbeiter infiziert hatten. Allerdings seien dortige Mitarbeiter von einer viel höheren Dunkelziffer ausgegangen und hätten sich über unzureichende Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen beschwert. Auch diese Vorwürfe weist Amazon zurück: So würden vor Arbeitsbeginn die Temperatur der Mitarbeiter gemessen, der Abstand kontrolliert und täglich zwei Masken pro Mitarbeiter verteilt. Außerdem werde darauf geachtet, dass sich die Mitarbeiter der unterschiedlichen Schichten nicht begegneten, und auch in der Kantine seien Plexiglasscheiben zwischen den Tischen installiert worden.

Ähnlichen Vorwürfen sieht sich Amazon in seinem Heimatland ausgesetzt: Dort hatten Mitarbeiter das Unternehmen jüngst wegen eines Todesfalls verklagt. Amazon habe durch unzureichende Sicherheitsvorkehrungen in seinem Logistikzentrum in Staten Island, New York, die Gesundheit seiner Mitarbeiter gefährdet, so der Vorwurf. Anfang November wies ein Gericht die Klage jedoch zurück. Bereits einen Monat zuvor hatte der Konzern Zahlen zu Sars-CoV-2-Infektionen in seinen Standorten veröffentlicht, um der Kritik an seinen Sicherheitsmaßnahmen zu begegnen: Demnach hätten sich bis Anfang Oktober insgesamt 19.867 der rund 1,372 Millionen Beschäftigten in der Logistik sowie in der 2017 übernommenen Lebensmitteleinzelhandelskette Whole Foods mit Kundenkontakt infiziert, also rund jeder 70. Mitarbeiter. Das klingt erst einmal viel, sei jedoch angesichts der pandemischen Lage in den USA sehr niedrig. Die Zahl der Infizierten liege 42 Prozent niedriger, als es im Bevölkerungsdurchschnitt zu erwarten gewesen wäre.

 

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